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Die Hessens – eine europäische Familie

Rainer von Hessen erzählt die 800-jährige Geschichte des Hauses Hessen.
Der Bogen spannt sich von den sagenhaften Anfängen im Mittelalter bis hin zur jüngsten Familiengeschichte der Neuzeit und schildert in dessen Verlauf unzählige historische Begebenheiten und das Agieren von Herzögen, Landgrafen und Fürsten. So werden die vielen zu erwähnenden Persönlichkeiten in ihrem familiären Umfeld und vor dem jeweiligen historischen Hintergrund detailliert in Wort und Bild beleuchtet, sodass eine lebendige Familiengeschichte entsteht, die sich beinahe liest wie ein guter Roman. Die Stammtafel am Ende des Buches hilft bei der Orientierung im Familiengeflecht und macht deutlich, welch umfassendes Familienporträt dieses Buch liefert.

Bewertung Dr. Andreas Hedwig
Dr. Andreas Hedwig, Leiter des Hessischen Landesarchivs, hebt in seiner Bewertung des Buches anläßlich der Erstvorstellung die sprachliche Leichtigkeit heraus, die das Lesen zu einem Vergnügen mache. Das Buch sei keine aufpolierte Familiengeschichte, die frühere Zeiten nostalgisch hochleben lasse. Nichts werde unter den Teppich gekehrt, sondern gleichermaßen Licht und Schatten thematisiert. So werde hier die faktenreiche Geschichte beider hessischer Landgrafendynastien (Kassel und Darmstadt) in einer gut lesbaren Form präsentiert.

Aus dem Vorwort
Manche Leserinnen oder Leser mögen sich fragen, wenn sie den Titel lesen: Was soll das s am Ende? Wer ist damit gemeint? Die Hessen (ohne s), das ist klar, sind die Bewohner des Landes Hessen. Die Hessens (mit s) stammen zwar auch aus Hessen, aber zugleich ist Hessen ihr Name. Und das seit bald 800 Jahren. Eigentlich kam die Sippe der Hessens aus dem belgischen Brabant, aber sie schlugen Wurzeln in Hessen. Und weil sie die ersten Herrscher stellten, die die Selbständigkeit des Landes erkämpften, machten sie den Landesnamen zu ihrem Familiennamen. Das damalige Hessen war allerdings kleiner als das heutige Bundesland, das 1945 um die ehemaligen Fürstentümer Nassau und Waldeck sowie die Stadt Frankfurt am Main erweitert wurde.

Die Regentinnen und Regenten Hessens prägten nicht nur die politische und kulturelle Gestalt des Landes, sie vernetzten sich auch dank Heiratsallianzen mit den Dynastien Europas. So kam besonders den Frauen, die nach Hessen oder aus Hessen in ein anderes Land verheiratet wurden, eine besondere Bedeutung im europäischen Kulturtransfer zu. Überdies spielten Regentinnen, die im Namen eines unmündigen Sohnes die Regentschaft führten, seit Beginn der Staatsbildung Hessens und bis ins 18. Jahrhundert in kritischen Zeiten immer wieder eine wesentliche Rolle für die Sicherung der Landesherrschaft und den Fortbestand des Landes.

Vom 16. bis zum 18. Jahrhundert lagen die Hessens auch in der gesellschaftlichen, wissenschaftlichen und kulturellen Entwicklung vorn. Landgraf Philipp der Großmütige wandelte in der Reformationszeit Klöster in Landeshospitäler um, führte den Schulunterricht für alle Kinder ein, unabhängig von ihrer ständischen Herkunft, und gründete in Marburg (1527) die erste protestantische Universität. Sein Sohn Wilhelm IV. installierte in Kassel (1560) die erste europäische Sternwarte der Neuzeit, und dessen Sohn Moritz der Gelehrte errichtete dort (1605) den ersten festen Theaterbau Deutschlands. Urenkel Karl und dessen Urenkel Wilhelm IX. schufen zu Beginn und Ende des 18. Jahrhunderts die Herkules-Anlage und den Bergpark Wilhelmshöhe, die 2013 von der Unesco in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen wurden. Landgraf Friedrich II. eröffnete (1779) mit dem Fridericianum den ersten öffentlichen Museumsbau auf dem europäischen Kontinent. Und der letzte Großherzog von Hessen gab (1901) mit der Künstlerkolonie und dem Jugendstilzentrum auf der Darmstädter Mathildenhöhe Architektur, Kunstgewerbe und Handwerk zukunftweisende Impulse.

Wie alle deutschen Herrscher fanden sich auch die Hessens nur schwer mit der Einschränkung ihrer Macht im Verfassungskampf des 19. Jahrhunderts ab. Den Modernisierungsschüben durch das erstarkende Bürgertum und die technologische Entwicklung zeigten sich vor allem die Kasseler Kurfürsten nicht gewachsen. Nach dem Machtverlust 1866 (infolge des verlorenen Krieges gegen Preußen) kam ihren Erben die Lebensaufgabe und mit ihr die Identität abhanden. Vollends in den Umbruchszeiten des Ersten Weltkriegs und der Weimarer Republik erwiesen sie sich als Verlierer der gesellschaftlichen Transformation. Das machte sie anfällig für die Verlockungen des Hitlerismus, der ihnen die Wiedererlangung eines Teils ihres verlorenen Einflusses zu verheißen schien. Erst nach dem Zusammenbruch der Führerdiktatur und des zerstörten Landes im Zweiten Weltkrieg bot die freiheitliche und demokratische Gesellschaftsordnung den Hessens die Chance, ihre Aufgabe und Identität in der Erhaltung und Pflege des kulturellen Erbes ihrer Vorväter zu finden. Wer die Geschichte des Landes "als Teil seiner politischen Kultur und seiner Identität versteht", heißt es in der Einleitung einer Publikation zur Geschichte Hessens, werde "Landes- und Dynastiegeschichte immer als eine Einheit begreifen müssen, die nicht zu trennen ist."


Die Hessens
v.l.: Barbara Siehl, Rainer von Hessen, Landgraf Donatus von Hessen und Dr. Andreas Hedwig, Historische Kommission für Hessen
Landgraf Donatus von Hesse (l.) mit Rainer von Hessen
Rückseite des Buches: ein Querschnitt durch durch die europäische Adelsgeschichte.
 

Der vorliegende Band ist die deutsche und erweiterte Version eines Bändchens, das ursprünglich auf Englisch unter dem Titel "The Hesse Family – The Story of a German Dynasty" erschien. Es sollte den Besuchern der Ausstellung "Hesse: A Princely German Collection" im Portland Art Museum (US-Staat Oregon) als Wegweiser durch die Geschichte des Landes und des Hauses Hessen dienen.

Die in Amerika viel beachtete Ausstellung mache "exemplarisch deutlich", so schrieb die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, "wie fürstliche Privatsammlungen einerseits die Entwicklung der Geschichte und Kunstgeschichte widerspiegeln, wie sie andererseits aber auch auf die jeweils herrschenden ästhetischen Moden Einfluss haben können."

Der Text dieses Bandes ist mit vielen Bildern versehen, die großenteils aus dem Kasseler und Darmstädter Familienerbe stammen. Vermehrt um Abbildungen aus dem Bestand der Museumslandschaft Hessen Kassel und der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen, veranschaulicht der Band die vielfältige Verflechtung der Landes- mit der Familiengeschichte.

Quellen
- Bernd Heidenreich, Dynastie und hessische Indentität, S. 10.
- Rainer von Hessen, The Hesse Family - The Story of a German Dynasty, ed. by Penelope Hunter-Stiebel, Beiheft und Ausstellungskatalog, Portland Art Museum, 2005.
- Constanze Crüwell, Landgräfliche Schätze in der Neuen Welt, in: FAS, 8.1.2006, Nr. 1, S. R3.


Der Autor

Rainer von Hessen, geboren 1939

Eltern: Christoph Prinz von Hessen und
Sophia Prinzessin von Griechenland

Regieassistent am Staatstheater Darmstadt und den Münchner Kammerspielen. Spielleiter, Dramaturg und Autor am Ulmer Theater und Staatstheater Kassel (Bühnenname Rainer von Diez)

Als Historiker u.a. Herausgeber der Lebenserinnerungen von Wolfgang Prinz von Hessen (Privatdruck 1986) und Kurfürst Wilhelm I. von Hessen (Campus 1996), Victoria Kaiserin Friedrich - Mission einer englischen Prinzessin in Deutschland (Campus 2002), Mitarbeit an: Das kulturelle Erbe des Hauses Hessen (Historische Kommissionen Marburg und Darmstadt 2009), Haus Hessen Biografisches Lexikon (Herausgeber Eckhart Franz 2012)



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Die Hessens.
Geschichte einer europäischen Familie
erzählt von
Rainer von Hessen

ISBN
978-3-7319-0342-0
Erscheinungsdatum:
07.04.2016
144 Seiten, 185 Farb- und 27 S/W-Abbildungen, Hardcover,
21 x 21 cm.
Euro (D) 19,80, CHF 22,80, Euro (A) 20,40


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