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Apfelwein
Ein Frankfurter (Hessisches) Nationalgetränk

Apfelwein ist ein kalorienarmer Fruchtwein mit vielen Namen: Ebbelwoi, Äbbelwoi, Ebbelwei, Stöffche, Schobbe oder Schoppen.
Äppler (Der Begriff Äppler wurde von der Großkelterei Possmann kreiert und ist ein eingetragenes Warenzeichen)

Das Naturprodukt hat einen niedrigen Alkoholgehalt von durchschnittlich 5,5 %.

Äpfel
Die Äpfel stammen meist von Streuobstwiesen. Alte Apfelsorten sind bestens für die Apfelweinherstellung geeignet. Dazu zählen die säure- und zuckerreichen, festen Apfelsorten wie z. B. Weißer Matapfel, Hartapfel, Viezapfel, Bohnapfel, Mensfelder Glanzrenette Erbachhofer, Trierischer Weinapfel. Moderne Sorten werden in der Regel zur Herstellung des Apfelweins nicht verwendet. Wegen der Süße sind sie allerdings für einen Most gut geeignet.

Keltern
Die Äpfel werden vom Baum geschüttelt und eingesammelt. Fallen diese durch das Schütteln zu Boden, sind sie reif. Müssen sie gepflückt werden, sind sie noch nicht reif genug. Die Äpfel werden in der Kelterei gewaschen und in der Obstmühle mittels einer Schnecke dem Mahlwerk zur Zerkleinerung zugeführt. Die so produzierten kleinen Apfelstücke (Maische) rutschen in die Presse. Jeweils nach etwa 20 Zentimeter wird die Schicht mit einem in Sackleinen befindlichen Weidekranz abgedeckt. Ist die Behälter gefüllt wird der Pressvorgang mit einem Druck von bis zu 8 bar durchgeführt. Der hierbei entstehende Saft wird als "Süßer" bezeichnet.
Der ausgepresste Rückstand, der Trester, kann als Viehfutter verwendet werden.

Saftausbeute
Je nach Qualität der Äpfel liegt die Ausbeute zwischen 60 und 70%. Aus einem Zentner Äpfeln werden im Durchschnitt rund 30 Liter Saft gewonnen.

Gärung
Der "Süße" wird in ein Gärgefäß (Eichenholzfass, Edelstahl- oder Kunststofftank) gefüllt, das bei Kellertemperatur lagert. Dieses wird allerdings nur zu etwa 90% gefüllt, damit der beim Gären entstehende Schaum ausreichend Platz hat. Um den Gärprozess zu beschleunigen kann Weinhefe hinzugefügt werden.
Nach ca. 1-3 Tagen beginnt der „Süße“ zu gären. Der im Apfel enthaltene Zucker wird von der fruchteigenen oder der zugeführten Hefe abgebaut. Hierbei entsteht Alkohol. Dieser Vorgang, auch "stürmische Gärung" genannt, dauert 8 - 10 Tage. Durch die Bildung der Gärungskohlensäure (Kohlendioxid) entsteht ein Sprudeln im Gäraufsatz.

Sperrflüssigkeit
Nach etwa 3 Wochen ist die Hauptgärung beendet. Das Sprudeln lässt nach und die Schaumkrone im Gärgefäß verschwindet. Dieses wird jetzt mit gleich altem Most aufgefüllt und wieder mit dem gereinigten Gäraufsatz verschlossen.

Nachgärung
Nach weiteren 3 bis 4 Wochen (Nachgärung) hat sich die Hefe beinahe vollständig am Boden des Gärgefäßes abgesetzt. Der Apfelwein muss nun mit Hilfe eines kleinen Schlauchs von der Hefe abgezogen werden (Abstich). Dieser Vorgang kann bei längerer Lagerung wiederholt werden.

Wandlung
Innerhalb des Gärprozesses wandelt sich der Süße über den „Rauscher“, in den „neuen Alten“.

Naturtrübe
Die Naturtrübe hängt von der Menge der sauren Früchte und der Bildung der Klärstoffe ab.

 


Äpfel
Trester
Alte Kelterpresse
Äpfel im Sammelbehälter
Volker Ruckelshaußen beim Keltern

Erfrischung und "Medizin"
Der Apfelwein wird zu jeder Jahreszeit getrunken. In der warmen Jahreszeit als Erfrischungsgetränk pur oder als "Gespritzter", d.h. mit Mineralwasser versetzt.
Im Herbst oder Winter kann der Apfelwein heiß getrunken werden. Er wird oft mit etwas Zucker, einem Stückchen Zimtstange und einer Gewürznelke erhitzt und soll gegen Erkältungskrankheiten helfen.

"Fachbegriffe"
Apfelwein: Ebbelwoi, Äbbelwoi, Ebbelwei, Stöffche, Schobbe oder Schoppen
Apfelmost: Süßer
Gärender Apfelmost: Rauscher
Apfelwein mit Mineralwasser: Sauer Gespritzter
Apfelwein mit Limonade: Süß Gespritzter

Bembel
Der Apfelwein wird stilecht vom Bembel, einem blaugrauen Keramikkrug, in das "Gerippte", ein dickes Glas mit Rautenprägung, gefüllt.

Frankfurter Nationalgetränk
Zwar wird der Apfelwein als Frankfurter Nationalgetränk bezeichnet, tatsächlich aber erfolgt die Herstellung und der Verzehr weit über die Grenzen Frankfurts hinaus.

Apfelwein im Kreis Groß-Gerau
Groß-Gerau/Wallerstädten ist bekannt für seinen erstklassigen Apfelwein. Er wurde früher in den Gast- und Rasthäusern "Zur Krone", Zum Römer", "Zum Deutschen Haus" und wird bis heute noch in dem 1857 gegründeten Gasthaus "Zum Löwen" gekeltert und ausgeschenkt. Daran erinnert das "Ebbelwoipäädsche" zwischen den Stadtteilen Auf Esch und Wallerstädten.

m Löwen
Keltern hautnah erleben
Im Gasthaus "Zum Löwen",
Groß-Gerau / Wallerstädten,
An der Pforte 3,
wird bereits in der achten Generation für den Eigenbedarf oder für Kunden gekeltert.
Für Interessierte (auch für Gruppen / Schulklassen) erläutert der Wirt,
Volker Ruckelshaußen,
Tel.: 06152 / 57303,
Fax: 06152 / 950725,
während des Kelterns die Herstellung des Apfelweins. Nur sollte man den Termin vorher mit ihm absprechen.



Ebbelwei-Express

Ebbelwei-Expreß


Traditionell kann man Frankfurt bei einer Stadtrundfahrt mit dem Ebbelwei-Expreß erleben. Im historischen Straßenbahnwagen geht es vorbei an vielen Sehenswürdigkeiten Frankfurts. Während der einstündigen Fahrt bleibt genügend Zeit, bei Musik und Brezeln den Frankfurter Apfelwein oder Apfelsaft ausgiebig zu genießen.


Stadtwerke Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main mbH
Kurt-Schumacher-Straße 8
60311 Frankfurt
Telefon: 069/213-03
Telefax: 069/213-22740
Internet
info@vgf-ffm.de


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Apfelwein
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