Naturschutzgebiete
Parks + Gärten
Offene Gärten
Gartenmessen
Tierparks
Pflanzen + Tiere
Biokraftwerk
GEOlife Erdwärme
Geothermiekraftwerk
 
 
 
 
 
 
 
Riesen-Bärenklau

Vor dem Riesen-Bärenklau, einem gefährlichen Neubürger (Neophyt) warnt die Naturschutzbehörde.

Mit dem Beginn des Sommers fängt auch wieder die bis in den September hinein reichende Blütezeit des "Riesen-Bärenklau" an. Die bis zu 3,50 Meter hohe Pflanze, auch "Herkulesstaude" oder "Herkuleskraut" genannt, stammt ursprünglich aus dem Kaukasus und wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts als Zierpflanze nach Mitteleuropa eingeführt. Seit einigen Jahrzehnten verbreitet sich der Riesen-Bärenklau auch in unserer Region verstärkt aus und hat sich insbesondere an Wegrändern und Gewässern angesiedelt. Mit ihren riesigen Blütendolden (rund 50 Zentimeter Durchmesser) sieht die Pflanze zwar attraktiv aus, ist jedoch aus mehreren Gründen ein ungern gesehener Gast in unserer Flora, der seit längerem immer wieder die Naturschutzbehörden beschäftigt.

Aus der Sicht des Naturschutzes sind insbesondere große Bestände von Herkulesstauden problematisch, weil sie heimische Pflanzen verdrängen und auch zu Erosionsschäden an Gewässern führen. Die Untere Naturschutzbehörde des Kreises weist insbesondere auf die gesundheitlichen Gefahren hin, die von der Staude ausgehen. Ihr Saft enthält nämlich so genannte "Furanocumarine", die bei Hautkontakt in Verbindung mit Sonnenlicht zu schweren Verbrennungen führen können. Insbesondere sollten Eltern ihre Kinder vor der Herkulesstaude warnen: Denn die großen Pflanzen laden zum Verstecken und die rot gesprenkelten hohlen Stängel, die bis zu 10 Zentimetern dick werden können, zum Basteln von Spielzeug ein.

Wenn die Pflanze dennoch versehentlich berührt wurde, sollte die Haut sofort vor Sonnenlicht geschützt und schnellstmöglich gewaschen werden. Falls Hautreaktionen auftreten, sollte man sofort einen Arzt aufsuchen.

Ausgewachsene Exemplare des Riesen-Bärenklau produzieren zwischen 10.000 und 50.000 Samen, die bis zu zehn Jahren keimfähig bleiben. Deshalb stehen Kommunen, die Forstverwaltung, die Wasserverbände, aber auch private Grundstückseigner bei der Bekämpfung der Pflanze vor einer schwierigen Aufgabe. Wer eine Herkulesstaude auf seinem Grundstück vorfindet, sollt nach dem Kappen des Stängels auch die pfahlartige Wurzel der Pflanze ausgraben, dabei Schutzkleidung tragen und insbesondere Hände, Augen und Mund vor einer Berührung schützen.

Blüten- oder Samenstände müssen, so die Naturschutzbehörde, unbedingt als Restmüll entsorgt und dürfen auf keinen Fall kompostiert werden: Auch zu Beginn der Blütezeit abgeschnittene Dolden können nämlich noch zur Fruchtreife gelangen. Da die Pflanzen erst im Alter von drei Jahren blühen und danach absterben, bietet es sich dabei insbesondere an, die Jungpflanzen im Frühjahr oder Herbst auszugraben und anschließend zu vernichten.


Weitere Informationen zum Riesen-Bärenklau und zur gefährlichen #Beifuß-Ambrosie gibt es bei der Kreisverwaltung Groß-Gerau:
Untere Naturschutzbehörde,
Telefon 06152/989-676,
E-Mail: unb@kreisgg.de


Auch Johann Wolfgang Goethe (* 28. August 1749 in Frankfurt a. M., † 22. März 1832 in Weimar) beschäftigte sich mit dem Bärenklau. 1828 war er im Botanischen Garten Jena auf die Pflanze aufmerksam geworden. 1831 schrieb er an den Botaniker Meyer in Königsberg „Die Pflanze […] ist dies Jahr in meinem Garten zu einer Kraft, Pracht und Herrlichkeit gediehen, die jedermann erstaunen macht“. In seinem Anwesen am Frauenplan in Weimar, wo er sich sogar einen extra Stand bauen ließ, beobachtete er das gigantische Wachstum der etwa drei Meter hohen Pflanze. Goethe sammelte Früchte der Pflanze zur Aussaat im folgenden Jahr. Doch dazu kam es nicht mehr. Er starb am 22. März 1832 im Alter von 82 Jahren.



Das könnte Sie auch interessieren:


#Beifuß-Ambrosie
Wer Beifuß-Ambrosien findet, sollte dies der jeweiligen Unteren Naturschutzbehörde melden.

#Jakobskreuzkraut
Pferde- und Viehhalter sollten von Juli bis September verstärkt auf Vorkommen des giftigen Jakobskreuzkraut achten.

#Aktuelles aus der Region
#Ausflüge
#Einkaufen
#Burgen und Schlösser
#Gedenkstätten
#Museen
#Naturschutzgebiete
#Parks und Gärten

Tierparks
#Vogelpark in Biebesheim
#Vivarium in Darmstadt
#Englischer Garten Eulbach
#Zoologischer Garten Frankfurt
#Stadtwaldhaus / Fasanerie in Frankfurt
#Kobelt-Zoo in Frankfurt-Schwanheim
#Tiergarten Fasanerie in Groß-Gerau
#Wildpark "Alte Fasanerie" in Hanau Klein-Auheim
#Opel-Zoo Kronberg/Taunus
#Zoo Mainz-Gonsenheim
#Waldzoo Offenbach
#Rheinhäuserhof in Trebur-Geinsheim
#Fasanerie in Wiesbaden

#Arzneipflanzengarten Frankfurt

Riese-Bärenklau

Beim Auffinden der Stauden im Kreis Groß-Gerau informieren Sie bitte das jeweils zuständige städtische Umweltamt.



© 2016 hjp-medien - Alemannenstraße - 64521 Groß-Gerau