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Erdöl im Ried

Erdöl im Ried
Die letzte Förderpumpe, die "Bohrung Stockstadt 38", steht heute noch als Industriedenkmal im Naturschutzgebiet Kühkopf-Knoblochsaue mit dem
Apfellehrpfad und dem 2014 eröffneten
Informationszentrum.

In dem Gebiet zwischen Stockstadt, Gernsheim und Crumstadt wurde in den 30iger Jahren des vorigen Jahrhunderts bei Probebohrungen Erdöl gefunden. Allerdings wurde erst ab 1952 mit der Förderung begonnen. 47 Bohrungen wurden zur Erschließung abgeteuft.

Das Öl wurde aus Tiefen von 1530 bis 1720 Metern gefördert.

In Gernsheim am Rhein entstand eine Schiffsbeladestelle. Von hier aus und mit der Bahn wurde das Erdöl zu einer Raffinerie in das etwa 400 Kilometer entfernte Misburg bei Hannover transportiert.

1954 arbeiteten über 500 Personen auf dem Erdölfeld. In den Jahren 1964 und 1965 wurden jeweils etwa 64.000 Tonnen gefördert. Bis zur Einstellung 1994 wurden knapp über 1 Million Tonnen Erdöl gefördert und verarbeitet.

Bis in die 1960er Jahre wurde durch staatliche Subvention versucht, das heimische Öl zu stützen. Nach der Einstellung der staatlichen Hilfen war eine Förderung und Verarbeitung nicht mehr rentabel.

Erdölvorkommen in Deutschland
In Deutschland befinden sich die größten kohlenwasserstoffhaltigen Gebiete in Norddeutschland, im Alpenvorland, in Thüringen, in der Lausitz und im Rheintalgraben.
Die Bildung des Rheingrabens hatte vor etwa 35 bis 40 Millionen Jahre begonnen. Sedimente wurden im Verlauf von Jahrmillionen abgelagert, die hauptsächlich von den Grabenschultern stammten. Dies kann bis zu einer Tiefe von vier Kilometern geben. In Teilen dieser Sedimente wurden unter entsprechenden Druck- und Temperaturbedingungen die abgelagerten organischen Bestandteile, es handelt sich um große Planktonmengen eines urzeitlichen Meeres, zu Erdöl und Erdgas umgewandelt.
Dieser Graben erstreckt sich über mehr als 300 Kilometer Länge und 35 Kilometer Breite von Basel bis Frankfurt am Main.
In dieser Region wurden bereits 1880 in Pechelborn (Elsaß) erste Erdölbohrungen abgeteuft. Umfangreiche Bohraktivitäten folgten Mitte der 30er Jahre im nördlichen deutschen Teil des Rheintales, allerdings mit wenig Erfolg.
Erst die Suche in den 50er Jahren nach Erdöl und Erdgas führte zu zahlreichen Funden. Neben dem Erdgasfeld Wolfskehlen, dem Erdgas- und Erdölfeld Stockstadt, dem Erdgasfeld Eich wurden auf dem Feld in Landau etwa vier Millionen Tonnen Öl gefördert.
Das Erdgas war bereits in den 60er Jahren ausgefördert.

Das Ölfeld in Landau ist 2014 noch aktiv. 2013 betrug die Fördermenge 20.000 Tonnen. Die Wintershall Holding GmbH beschäftigt auf dem Ölfeld etwa 30 Mitarbeiter.

Die Jahresfördermenge in Deutschland beträgt etwa 2,6 Millionen Tonnen, das sind etwa 3 % des Bedarfs insgesamt.


Industriedenkmal
Links: der erste Öltransport aus Stockstadt; rechts: ehemalige Förderstelle im Gebiet zwischen Stockstadt, Gernsheim und Crumstadt

Ölbohrungen im Bereich Stockstadt

Zeittafel
11.1952 Stockstadt 1 wird fündig
1953/54 Abteufung elf weiterer Bohrungen
1955 Bau der ersten Betriebsgebäudes in Gernsheim
1956 524 Mitarbeiter im Betrieb Stockstadt
1959 Entdeckung des obertägig durch den Altrhein getrennte Feldesteil "Kühkopf".
1964/65 Höchste Förderung mit je 64.000 t
1966-70 Rückgang der Förderung auf 21.000 t
1968 Im Zusammenhang mit Aktivitäten im Erdgasbereich Umzug des Betriebes nach Crumstadt. Anzahl der Mitarbeiter: 53
1969 Zusammenschluss der bergrechtlichen Gewerkschaft Elwerath mit der Gewerkschaft Britta zur BEB Erdgas und Erdöl GmbH
1983 Das Feld Eich wird auf der linken Rheinseite entdeckt.
1986 Nach Beendigung der Aktivitäten im Erdgasbereich wird neues Betriebsgebäude in Gernsheim bezogen.
1987 Die Schiffsbeladung wird eingestellt. Der Transport erfolgt mit Tankwagen.
1990 Jahresproduktion sinkt auf 5500 t
1992 Erdölfeld Stockstadt feiert 40jähriges Jubiläum
1994 Aus der Bohrung Stockstadt 38 wird am 24. Juni die letzte Tonne Erdöl gefördert.


Seit 2011 finden südlich von
Riedstadt-Crumstadt wieder
Bodenuntersuchungen, Probebohrungen und Ergiebigkeitsprüfungen statt.
Erdölförderung im Ried

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Die Bohrstelle steht auf dem Kühkopf, in der Nähe des Hofgutes Guntershausen mit dem
Informationszentrum
"Schatzinsel Kühkopf"

Anfahrt Kühkopf
- über die B 44 nach Stockstadt der Beschilderung bis Parkplatz folgen (Rheinstraße) oder
- über die B 44 nach Erfelden bis Parkplatz Richthofenplatz / Rheinstraße


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