Museen
Burgen + Schlösser
Gedenkstätten
Portraits
Industriekultur
Höchster Porzellan
Veranstaltungstipps
KulTour Kreis GG
Ausstellungstipps
Kinos
Magazin WIR in GG
Ferien und Feiertage HE
Bücher und mehr ...
Offene Ateliers
Ernst Glaeser

Kindheit, Schule, Studium und Beruf
Ernst Glaeser wurde am 29. Juli 1902 in Butzbach geboren. Sein Vater zog mit der Familie 1912 nach Groß-Gerau, wo dieser als Amtsrichter tätig war.
Ernst Glaeser besuchte ein humanistisches Gymnasium in Darmstadt und studierte danach in Freiburg, Brüssel und München Jura, Philosophie und Germanistik. Er war Journalist, Romanschriftsteller, Hörspielautor und Essayist. Nach dem Studium arbeitete er als Dramaturg am „Neuen Theater“ in Frankfurt am Main und war von 1928 bis 1930 Literaturredakteur beim Südwestdeutschen Rundfunk und Mitarbeiter bei der „Frankfurter Zeitung“. Er wurde auch unter den Pseudonymen Anton Ditschler, Alexander Ruppel, Erich Meschede und Ernst Töpfer bekannt.

Schriftsteller
Ernst Glaeser veröffentlichte 1928 seinen Roman „Jahrgang 1902“, der in 24 Sprachen erschien und dem Schriftsteller internationales Ansehen einbrachte. Er gibt darin eine eindringliche Schilderung der politischen Zeitverhältnisse, die zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges führten und verarbeitete viele Erinnerungen seiner Jugendzeit in Groß-Gerau. Viele tatsächliche Geschehnisse und Personen finden sich darin wieder.

Emigration und Rückkehr
1933 wurden Glaesers Bücher verbrannt. Bei den Nazis galt er offensichtlich als „marxistischer Kollektiv-Literat“, weil er einen Wahlaufruf zugunsten der KPD unterschrieben hatte.

1934 emigrierte er nach Prag und später in die Schweiz. 1938 kehrte er überraschend nach Deutschland zurück. Diesen Schritt begründete er später mit Heimweh.

Während des Zweiten Weltkrieges arbeitete Ernst Glaeser als Hauptschriftleiter einer Wehrmachtsfrontzeitung. Exilliteraten sollen ihn als „Völkerverräter“, „Deserteur“ und „Anschmeißer“ beschimpft haben.

Jahrgang 1902
Im Mittelpunkt der Handlung seines Werkes "Jahrgang 1902", die von autobiografischen Motiven und Handlungen gekennzeichnet ist, stehen diejenigen Konflikte, die sich aus dem Widerspruch zwischen bürgerlichen Wertmaßstäben und den ihnen nicht mehr entsprechenden Handlungsweisen ergeben. Das Buch beschreibt eine Epoche, die von gesellschaftlichen, moralischen und politischen Spannungen und Gegensätzen geprägt war.

Ernest Hemingway soll das Buch als „verteufelt gutes Buch“ bezeichnet haben. Thomas Mann attestierte dem Autor angeblich ein außerordentlich schriftstellerisches Talent.

 


Romane und Erzählungen
1930 erschien sein gesellschaftskritischer Roman „Frieden“, 1935 der Roman „Der letzte Zivilist“ und 1960 sein Roman „Glanz und Elend der Deutschen“.

1955 erschienen seine Erzählungen "Das Kirschenfest und andere Erzählungen".
In dem Kapitel "Marynka im Ried" beschrieb er das hessische Ried: "Wir fahren durchs Ried. Breit und schwarz stoßen die Äcker weichen Dunst aus. Neben der Straße stehen Weiden. In den Gräben wächst Schilf. Zu beiden Seiten des Wegs ist Steinschotter aufgeschüttet. Die Basalthaufen haben die Farbe und Form von Elefantenrücken. Das Auto tutet. Wir überholen sehr umständlich einen Wagen, der voller Emaillegeschirr steckt und klirrt, als trüge er den Frost durchs Land. Hinter den Wölbungen der Äcker tauchen Kirchtürme auf, gehen die hellen Backsteinbauten der Dörfer in Zeilen unter. Das gelbe Gras hartgefrorener Wiesen wechselt mit großen Beständen von Weiden, deren Wuchs nach oben gebläht ist. Hinter dem Wagen liegt eine Säule frostharten Staubs"

Die Erzählungen wurden als Meistererzählungen bezeichnet, in denen
die "uralten, unvergänglichen Themen des menschlichen Herzens, die Kindheit und die Landschaft, die Liebe und der Wein, das Alter und der Tod aus der tiefen Erkenntnis und mit der klaren sprachlichen Disziplin eines Dichters dargestellt werden".
Hans Carossa (Dichter, Schriftsteller, Arzt, 1878-1956) hat diesen Erzählungen ein Gedicht gewidmet.
Thomas Mann (1875 - 1955) schrieb: Ich habe meine helle Freude an diesen prächtigen, meisterlichen Geschichten. Ihnen ist viel gegeben und viel gelungen. Seien Sie beglückwünscht.
(Quelle: Wilhelm Goldmann Verlag, München, zum Buch "Das Kirschenfest und andere Erzählungen " 1958)

Ernst Glaeser starb am 8. Februar 1963 in Mainz.


Das könnte Sie ebenfalls interessieren:

#Büchner Gedenkjahre 2012 und 2013
#Georg Büchner
#Büchner-Preisträger
#Büchnerhaus

Mario Derra
Birgit Prinz
Gail Halvorsen
Christian Suhr
Peter Härtling
Christine-Katharina Krämer
Georg Büchner
Claus Kröncke
Peter Schöffer
Elisabeth Langgässer

Naturschutzgebiete

#Kühkopf-Knoblochsaue mit dem
#Elisabeth-Langgässer-Wanderweg
#Mönchbruch
#Mariannenaue
#Ludwigsaue mit #Naturkindergarten

Tiergärten
#Fasanerie in Groß-Gerau
#Vogelpark in Biebesheim
#Opel-Zoo Kronberg/Taunus
#Kobelt-Zoo in Frankfurt- Schwanheim


 

Ernst Glaeser


Jahrgang 1902
Roman. 1978
Athenäum Verlag
Erste Auflage 1978
nach der Erstausgabe
von 1928.
ISBN 3-7610-8014-X
[Vergriffen, eventuell noch antiquarisch
erhältlich.]

Das Kirschenfest
Erzählungen. 1958
Wilhem Goldmann Verlag
[Vergriffen, eventuell noch antiquarisch
erhältlich.]


© 2016 hjp-medien - Alemannenstraße - 64521 Groß-Gerau