Flughafen Frankfurt
Burgen + Schlösser
Museen
Gedenkstätten
Parks + Gärten
Tierparks
Offene Gärten
Strandbars / Beachbars
Badeseen
Frei- und Hallenbäder
Eis-/Schlittschuhlaufen
Felsenmeer Odenwald

Naturschutzgebiet
Innerhalb der Europäischen Union (Natura 2000) gehört der UNESCO
Geo-Naturpark
Bergstraße-Odenwald
mit einer Größe von 168 ha zu einem länderübergreifenden Schutzgebietssystem nationalen Naturschutzgebiet. Zielvorgabe ist, den natürlichen Lebensraum von Pflanzen und Tieren zu erhalten.

Der „Waldmeister Buchenwald“, der auf 80% der Fläche vorkommt, ist mit das wichtigste Kriterium für die Ausweisung als Schutzgebiet. Vor Laubaustrieb im April bis in den Mai blühen hier nicht nur der Waldmeister, sondern auch Buschwindröschen, Haselwurz, Goldnessel und je nach Standort Bingelkraut, Lerchensporn und Bärlauch.

- Buchenwald
Typisch für diese Region ist ebenfalls die Rotbuche, die auf Europa beschränkt ist und ihren Verbreitungsschwerpunkt in Deutschland hat, als bestimmende Baumart mit Bergahorn und Eschen. Eichen und Fichten kommen nur einzeln oder kleinflächig vor.

- Tiere
Rot- und Schwarzwild ist reichlich vorhanden. Der Schwarzspecht nimmt eine wichtige Funktion im Buchenwald ein. Seine gezimmerten Großhöhlen von 30 bis 55 cm Tiefe werden auch von anderen Tieren genutzt.

Naturschutz und Besucher
Das Felsenmeer ist mit Wegen gut erschlossen. Die Verantwortlichen appellieren an Besucher, die Wege nicht zu verlassen. Die flächenhafte Trittbelastung im Wald bewirkt eine Verdichtung und Zerstörung der Böden und führt zur Erosion. Ein Nachwachsen des Buchenwaldes wäre unmöglich.

Entstehung und Geschichte

Legende
Die Legende vom Tal der Riesen.
In Urzeiten haben im Lautertal zwei Riesen gelebt, die unterschiedlicher nicht sein konnten. Der eine wohnte auf dem Felsberg, der andere auf dem Hohenstein.
Doch eines Tages streiten sie sich und beginnen, sich mit Felsbrocken zu bewerfen. Der Hohensteiner Riese hat wesentlich mehr Steine zur Verfügung und warf so lange, bis der Riese vom Felsberg darunter begraben war.
Doch sie sind nicht tot. Sie schlafen. Ab und zu soll man sie schnarchen hören.

Entstehung des Felsenmeeres
Zwischen Reichenbach und Beedenkirchen im Odenwald gibt es tatsächlich ein Meer von Felsen. Allerdings entstand dieses "Meer" aus einem Wechselspiel zwischen Geologie und Natur.
Die geologischen Prozesse beginnen vor etwa 340 Millionen Jahren. Zwei Kontinente im Gebiet des heutigen Odenwaldes schieben sich aufeinander zu und prallten zusammen. Hier entsteht ein großes Gebirge, gebildet aus flüssigem Magma, welches aus der Tiefe aufstieg und als Blockstrom den Felsberg hinab fließt. Zehn Millionen Jahre später erkaltet es zu Melaquarzdiorit, einem dem Granit ähnlichen Gestein. Dieser Blockstrom ist aber nur sichtbar, weil regelmäßig zigtausend Personen darüber gehen und so eine Humusbildung mit nachfolgendem Bewuchs verhindern. An vielen anderen Stellen im Odenwald gibt es weitere Blockströme, die aber unter Humus, Moos und Pflanzen versteckt sind.
Jahrmillionen danach werden durch Abtragungen die darunter befindlichen Felspartien sichtbar. Die Abkühlung des Gesteins bewirkt, dass sich Klüfte und große Blöcke bilden. Vor etwa 50 Millionen Jahren (Tertiär) ist durch den Zufluss von Wasser die Zerkleinerung der Blöcke besonders prägnant. Es entstehen die runden Blöcke, die "Wollsäcke", umgeben vom "Grus", dem Gesteinsschutt. Prägend ist auch die letzte Kaltzeit (Eiszeit) vor 115.000 bis etwa 11.000 Jahren. Es herrschte Permafrost. Wechselnde kalte und warme Zeitabschnitte bewirken, dass der Boden sich verformte und bewegte, und stellenweise talwärts abrutschte. So entstehen, nicht nur im Odenwald, die "Felsenmeere" oder "Blockhalden"


Mauer
Säule
Zugang zum Felsenmeer
Sessel
Brücke
Krokodil
 
   

Steinbearbeitung

- Römer
Die Steinbearbeitung im Felsenmeer reicht bis in die Römerzeit zurück und kann auf das zweite bis vierte Jahrhundert eingegrenzt werden. Auf heute 15 bekannten Werkplätzen befinden sich etwa 300 Werkstücke, die beschädigt oder noch nicht fertiggestellt sind. Dies ist auch ein Alleinstellungsmerkmal dieses Felsenmeeres, obwohl nur wenig Werkzeuge oder Gebrauchsgegenstände gefunden wurden.
Viele der Werkstücke werden entweder zurückgelassen, weil sie durch natürliche Risse schon während der Bearbeitung beschädigt und unbrauchbar werden oder stellen Abschläge größerer Werkstücke dar. Die Riesensäule wird von römischen Steinmetzen im 4. Jahrhundert n. Chr. hergestellt. Sie ist 9,33 Meter lang und wiegt 27,5 Tonnen. Spuren römischer Steinbearbeitung kann man auch an diesem Stein, bekannt als „Pyramide“ und an vielen weiteren Blöcken, erkennen.

Seegerhütte: Steinbearbeitung
- Neuzeit
Im Bereich des Felsberges waren 18 Blockströme vorhanden. Einige sind abgetragen. Die Steine werden zu Treppen, Sockeln und Grabsteinen verarbeitet.
Bis zu 800 Steinhauer waren zu Beginn des letzten Jahrhunderts hier tätig.


Das könnte Sie ebenfalls interessieren

Felsenmeer Infozentrum

Hohlweg imBensheimer Ortsteils Zell

Naturschutzgebiete (Übersicht)

Ausflugtipps

 

Deutschland
Hessen
Odenwald
Kreis Bergstraße

Felsenmeer
Natur- und Vogelschutzgebiet Felsberg bei Reichenbach.

UNESCO
Geo- Naturpark
Bergstraße-Odenwald

Das Gelände ist frei zugänglich.

Weitere
Informationen zum Felsenmeer:


Infozentrum


Der beste Einstieg für Familien mit Kinderwagen oder älterer bzw. behinderter Personen ist der Parkplatz Römersteine in Beedenkirchen. Von hier aus ist auf ausgebauten Forstwegen die Brücke oder der römischen Werkplatz erreichbar.
(siehe
Infozentrum)


"Felsenmeer in Flammen"
23./24.9.2016,
jeweils 20-22 Uhr

© 2017 hjp-medien - Alemannenstraße - 64521 Groß-Gerau