Museen
Burgen + Schlösser
Gedenkstätten
Portraits
Industriekultur
Höchster Porzellan
Veranstaltungstipps
KulTour Kreis GG
Ausstellungstipps
Kinos
Magazin WIR in GG
Ferien und Feiertage HE
Bücher und mehr ...
Offene Ateliers
Gail Halvorsen

Gail Seymore Halvorsen wurde am 10. Oktober 1920 in Salt Lake City, Utah, USA, als Sohn einer mormonischen Bauernfamilie geboren. Er interessierte sich schon früh für Flugzeuge, die er vom Bauernhof aus beobachten konnte.

Ausbildung
1940 nahm er an einem Auswahlverfahren der US-Army (die US Air Force -USAF- gibt es erst seit 1947) für auszubildende Piloten teil. Nach der Ausbildung nahm er mit Transportflugzeugen vom Typ DC-54 (Skymaster) an Einsätzen in Brasilien teil. Später flog er als Aircraft Commander in England, Italien und Nordafrika. Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte er in die USA zurück.

Berliner Luftbrücke
Im Rahmen der #Berliner Luftbrücke landete der Oberst a.D. als damals 27-jähriger First Lieutenant erstmals mit seiner Maschine am 11. Juli 1948 auf der #Rhein-Main-Air-Base in Frankfurt am Main. In den folgenden Wochen und Monaten flog er Versorgungsgüter von Frankfurt ins eingeschlossene (West)-Berlin. Bei seinem ersten Flug nach Berlin, so erinnert er sich, transportierte er 20.000 Pfund Mehl.

Erster Kontakt zu Deutschen
Den ersten Kontakt zu Deutschen in Deutschland hatte er auf dem Vorfeld der #Rhein-Main-Airbase. Er sah ausgemergelte Ladearbeiter, zusammengesetzt aus vielen Schichten der Gesellschaft. Er versuchte die ihm geschilderten "Monster" auszumachen. Vergeblich. Die Männer, die er kennen lernt, bedanken sich stumm für die Hilfe und Unterstützung. Er wiederholt immer wieder, dass man sich hüten muss, Menschen wegen ihrer Rasse, Nationalität oder Hautfarbe zu verurteilen.

Erste Kontakt zu Berliner Kinder
Bei einem Ausflug nach Berlin beabsichtigte er eigentlich die Stadt mit dem Reichstag und dem Hitler-Bunker besichtigen. Mit seiner Filmkamera wollte er vorher noch die landenden Flugzeuge der Alliierten auf dem Flughafen Tempelhof filmen. Dabei stieg er an der Flughafengrenze innerhalb des Geländes auf einen kleinen Hügel. Auf der anderen Seite des Zaunes standen einige Kinder, die ihn in ein Gespräch verwickelten. Sie interessierten sich mit den wenigen ihnen bekannten englischen Worten für die transportierte Ladung wie Mehl für Brot und Milch als Babynahrung. Er erkannte, dass die Kinder Hunger hatten und sie bestimmt Süßigkeiten seit langem nicht mehr gesehen, geschweige denn gegessen hatte. Doch sie bettelten nicht um Kaugummi oder Süßigkeiten. Schon im Weggehen kehrte er noch einmal zu den Kindern zurück und gab einigen von ihnen Kaugummi. Doch er sah auch die Enttäuschung derjenigen, denen er nichts geben konnte. Er versprach, beim nächsten Anflug auf Berlin Süßigkeiten (Candy) abzuwerfen. Damit die Kinder das Flugzeug erkennen konnten, würde er mit den Flügeln wackeln. Er breitete die Arme seitlich aus und hob sie auf und ab.

Operation "Little Vittles"
Zurück in Frankfurt, fragte er andere Piloten um Überlassung deren Ration an Kaugummi und Süßigkeiten. Als er ihnen mitteilte was er beabsichtigte, fragten sie ihn zuerst nach einer Genehmigung durch den Vorgesetzten. Da diese nicht vorlag, warnten sie ihn vor etwaigen militärgerichtlichen Folgen. Doch er ließ sich von seinem Vorhaben nicht abbringen. Seine und die "erbettelten" Rationen hing er an aus Taschentüchern selbst gebastelte Fallschirme. Beim nächsten Anflug auf Tempelhof wackelte er wie verabredet mit den Tragflächen während ein Crewmitglied die Süßigkeiten abwarf.
Immer mehr US-Soldaten schlossen sich an, stellten Kaugummi, Schokolade und andere Süßigkeiten zur Verfügung und bastelten kleine Fallschirme. Und immer mehr Kinder kamen in die Einflugschneise, um Süßigkeiten zu erhaschen.

Presse
Die Presse berichtete über die Aktion mit den "Candy Bombern". Der Kommandierende der Luftbrücke, General William H. Tunner, erfuhr von der Aktion und gab den Befehl zum Weitermachen.

Welle der Hilfsbereitschaft
Die Welle schwappte in die USA über. Die "American Confectioners Association" und andere Organisationen, aber auch viele Privatpersonen schickten Süßigkeiten nach Deutschland. In über 20 Schulen wurden Fallschirme gebastelt. Das Motto, auch für Zivilpersonen und Kirchengemeinden lautete: "For The Children, By The Children, From The Children".

Zahlen
Es war längst kein Ein-Mann-Job mehr. Gail Halvorsen, der 126 Flüge nach Berlin durchführte, hatte Unterstützung erhalten.
Viele Piloten, darunter 25 aus seiner Staffel, warfen Süßigkeiten ab.
An etwa 250.000 Minifallschirmen segelten Süßigkeiten zu den Kindern. In 14 Monaten wurden über 23 Tonnen Süßigkeiten abgeworfen.

"Es war nicht nur Schokolade, die da vom Himmel fiel, sondern Hoffnung."


Vorfahrt im Jeep
Gail Halvorsen: 2012 am Luftbrückendenkmal in Frankfurt
Gail Halvorsen 2008 in Frankfurt: 60 Jahre Luftbrücke
Gedenken an die Toten der Luftbrücke
First Lieutenant Gail Halvorsen mit Fallschirmen
Anflug auf das zerstörte Berlin
Entladung von Rosinenbombern in Berlin
Gail Halvorsen mit Celeste Warner-Heymann -Luftbrücke Chapter e.V.- und Boyscouts
Jeep, Gäste, Luftbrückendenkmal
Zu Besuch in Frankfurt 2012

Gail Halvosen heute
Im April 1949 heiratete er Alta Jolley. Nach 50 Jahren Ehe starb sie 1999. Die beiden haben fünf Kinder.
Von 1970 an war er vier Jahre Kommandant von Berlin-Tempelhof.

Er ist Mitglied der Mormonen-Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage und besucht häufig Deutschland und den #Flughafen Frankfurt, wo er viele Freunde und Bekannte hat. Mit seinen Aktionen hat er auch dazu beigetragen, das Image der US-Amerikaner in Deutschland nachhaltig positiv zu beeinflussen.

Er hat viele Namen und Begriffe erhalten bzw. geprägt. Von "Little Vittles", "Onkel Wackelflug", "Uncle Wiggle Wing", "Mr. Wiggly Wing", "Rosinenbomber" bis hin zu "Candy-Bomber"

1948 wird ihm für seine herausragende Leistung während der "Operation Vittles" der "Cheney Award" für Heldenmut, außergewöhnliche Tapferkeit und Menschlichkeit verliehen.

1974 erhielt er das
Große Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland.

Bei seinen Aufenthalten in Deutschland trifft er sich oft mit anderen Zeitzeugen. Er erwähnt  und lobt auch immer wieder deren Beitrag an der "Operation Vittles" und "Little Vittles". Er ist erfüllt von tiefer Dankbarkeit denjenigen Personen gegenüber, die ihm und den anderen Veteranen der Luftbrücke noch heute Dankbarkeit entgegenbringen.


Das könnte Sie ebenfalls interessieren:
Mario Derra
Birgit Prinz
Christian Suhr
Peter Härtling
Christine-Katharina Krämer
Georg Büchner
Claus Kröncke
Ernst Glaeser
Peter Schöffer
Elisabeth Langgässer

 

Deutschland
Hessen
Berlin
Frankfurt
Luftbrücke

Rosinenbomber
Candybomber

Gail Halvorsen

Das könnte Sie ebenfalls interessieren:

#Rhein-Main-Airbase

#Berlin Blockade / Luftbrücke

#Care

#Flughafen-Frankfurt

#KZ-Außenlager Walldorf

Film #Die Rollbahn



© 2016 hjp-medien - Alemannenstraße - 64521 Groß-Gerau