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Jakobskreuzkraut (JKK)

Vorsicht vor dem Jakobskreuzkraut

Pferde- und Viehhalter sollten im Juli - September verstärkt auf Vorkommen von Jakobskreuzkraut auf den Weiden achten. Das Jakobskreuzkraut wirkt toxisch und gefährdet die Tiergesundheit, sobald sie in den Futtermittelkreislauf gelangt.

Das Jakobskreuzkraut (lateinischer Name senecio jacobaea) gehört zur Familie der Korbblütler. Die zwei- bis mehrjährige Pflanze wird bis zu 1,20 Meter hoch und blüht noch bis September. Bekannt ist sie auch unter den Namen Jakobs-Greiskraut, Spinnenkraut, Krötenkraut oder Zehrkraut. Die ganze Pflanze ist stark giftig - ihre Giftstoffe (Pyrrolizidin-Alkaloide) sind sogar konserviert in Heu und Silage wirksam.


Jakobskreuzkraut

Ab dem Alter von sechs bis sieben Wochen entwickeln die Pflanzen einen unangenehmen Geruch und enthalten bittere Stoffe, die die Tiere auf der Weide normalerweise vom Verzehren abhalten. Im konservierten Zustand aber (Heu, Silage, Pellets) verlieren sich die Warnstoffe, so dass die Giftpflanze unweigerlich aufgenommen wird. Für die Tierhalter liegt die Gefahr darin, dass die Giftstoffe über die Winterfütterung von den Tieren aufgenommen werden können. Im Körper reichert sich das Gift in der Leber an. Entsprechende Mengen können zu akuten oder chronischen Vergiftungen bei Tieren - in der Vergangenheit waren es meistens Pferde - führen. Als tödliche Dosis für Pferde gelten 40 bis 80 Gramm Frischpflanze pro Kilogramm Körpergewicht, für Rinder 140 Gramm. Schafe und Ziegen sind weniger empfindlich.

Der Wissenschaftler Dr. Helmut Wiedenfeld vom Pharmazeutischen Institut der Universität Bonn ergänzt, dass auch die Gefahren für den Menschen akut werden können, falls das Kraut nicht umfassend bekämpft wird. So haben Wissenschaftler den Übergang von Pyrrolizidin-Alkaloiden in den Nektar und mit diesem in Honig  nachgewiesen.
Meldung der Verbraucherzentrale Hessen, auch zum Thema Honig:
http://www.verbraucher.de/pyrrolizidinalkaloide-in-kraeutertees-und-tees

Das Jakobskreuzkraut hat sich in ganz Deutschland auf Grünland, an Straßenrändern und an Böschungen teilweise explosionsartig ausgebreitet - auf manchen Flächen kommt es zu Tausenden vor. Große, ausgewachsene Pflanzen können bis zu 150.000 Samen produzieren, die sich durch Windflug stark verbreiten. Aber auch landwirtschaftliche Maschinen tragen vielfach zur Übertragung auf andere Flächen bei. Nach dem Einsatz auf Flächen mit blühendem oder samentragendem Kreuzkraut sollten die Geräte deshalb gründlich abgefegt und die Rückstände im Restmüll entsorgt werden.

Wirksam bekämpft werden kann das Kraut nur, wenn verhindert wird, dass es zur Blüte und zur Samenreifung kommen kann. Einzelne Pflanzen sollten mitsamt der Wurzel entnommen werden und anschließend über den Hausmüll oder per Verbrennung entsorgt werden. Auf keinen Fall gehören solche Pflanzenreste in den Kompost: Samen des Jakobskreuzkrauts sind bis zu 20 Jahre keimfähig.

Größere Flächen mit starkem Befall sollten nicht mehr beweidet werden. Meistens hilft nur eine chemische Bekämpfung - aber auch Herbizide führen selten zu einer 100-prozentigen Ausrottung der Giftpflanze. Die wichtigste und nachhaltigste Maßnahme zur Verhinderung der Ausbreitung des Kreuzkrautes ist die Sicherstellung einer dichten Grünlandnarbe ohne Fehlstellen. Wenn der Samen keinen offenen Boden findet, kann er nicht keimen. Wenn Fehlstellen auftreten, sollten sie mit einer Nachsaat behoben werden. Weiden mit einem hohen Anteil an Jakobs-Kreuzkraut sollten nicht mehr beweidet, sondern aufwändig saniert werden.

Die Fachleute empfehlen Tierhaltern und Landwirten weiter, Weiden und Wiesen intensiv zu pflegen und darüber hinaus die Aussamung des Jakobskreuzkrautes an Straßenrändern durch rechtzeitige und mehrmalige Mahd zu verhindern.

Erkennungsmerkmale: Gelbe Blüte mit 13 Kelchblätter, 60-80 Röhrenblüten und 13 Zungenblüten. Blütenstiel spinnwebig.

(Quelle: Veterinäramt am Landratsamt Miltenberg)


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