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Landräte im Kreis Groß-Gerau


Der Kreis Groß-Gerau, mitten im Rhein-Main-Gebiet gelegen, stellt heute mit schönen Naturschutzgebieten, einem wirtschaftlichen Mix aus Landwirtschaft und und Industrie einen modernen Wirtschafts-, Arbeits- und Lebensraum dar.

Die Regierungs-, Kreis- und Landräte im Kreis Groß-Gerau

1. Anselm Elwert (1821 - 1832)
Regierungsrat und Justizamtmann des alten Amtes Dornberg. Ab 14. Juli 1821 Landrat des neu geschaffenen Landratsbezirkes Dornberg.

2. Ernst Wilhelm Heim (1832 - 1852)
Landrat des Landratsbezirks Dornberg nach Aufhebung der seit 14. Juli 1821 gültigen Landratsbezirke zur Neueinteilung der Verwaltungszentren in Kreise. Heim wurde am 6. Juni 1832 zum Kreisrat bestellt und am 12. Mai 1852 als Geheimer Regierungsrat im Ruhestand mit der Verwaltung der Hessischen Brandversicherungskasse betraut.
Der 20.August 1832 war die eigentliche Geburtsstunde das Kreises Groß-Gerau. Als Vater des Kreises ging Ernst Wilhelm Heim in die Geschichte ein. Vom Amtssitz in Dornberg (#Schloss Dornberg) verwaltete er die 40 zum Kreis gehörenden Ortschaften Astheim, Bauschheim, Berkach, Biebesheim, Bischofsheim, Büttelborn, Crumstadt, Dornberg, Dornheim, Erfelden, Geinsheim, Ginsheim, Goddelau, Groß-Gerau, Haßloch, Klein-Gerau, Königstädten, Leeheim, Nauheim Raunheim, Rüsselsheim, Stockstadt, Trebur, Wallerstädten, Wolfskehlen, Worfelden (alle aus dem ehemaligen Landratsbezirk Dornberg), dazu Kelsterbach, Mörfelden, Walldorf (aus dem Landratsbezirk Langen) sowie Arheiligen, Braunshardt, Egelsbach, Erzhausen, Gräfenhausen, Griesheim, Langen, Messel, Schneppenhausen, Weiterstadt und Wixhausen.
Nach einer wechselvollen Geschichte mit der Auflösung der Kreise im Zusammenhang mit der Deutschen Revolution 1848/49 und der Schaffung von von Regierungsbezirken wurden die verwaltungseinheiten 1852 wieder in Kreise umgewandelt.
Er starb am 7. Februar 1857 in Darmstadt. Heim hatte sich auch als Begründer der Kreissparkasse Groß-Gerau um den Kreis verdient gemacht.

3. Dr. Johann Baptist Werle (1852 - 1861),
Landgerichts-Assessor aus Zwingenberg wurde am 12. Mai 1852 mit der provisorischen Verwaltung des Kreises Groß-Gerau beauftragt und war seit 1854 Kreisrat. Werle starb am 29. Juni 1861 nach längerer Krankheit in Groß-Gerau und wurde zwischenzeitlich von seinem Kreisassessor Dr. Jaup vertreten.

4. Eduard Ernst App (1861 - 1862),
Regierungsrat. Vom 13. Juli 1861 bis zu seinem Tod am 11. Dezember 1862 Landrat des Kreises Groß-Gerau.

5. Karl Boeckmann (1862 - 1877),
Boekmann studierte Rechtswissenschaften in Gießen und Heidelberg und promovierte zum Dr. jur.
Kreisassessor, übernahm zunächst vertretungsweise die Verwaltung des Kreises und war dann vom 13. Juli 1863 bis zum 20. Juni 1877 Kreisrat. Boeckmann wurde am 20. Juni 1877 als Provinzialdirektor nach Gießen versetzt.

6. Freiherr Wilhelm von Schenk zu Schweinsberg (1877 - 1885),
Kam als Kreisrat aus Erbach. Im Amt vom 20. Juni 1877 bis zum 1. Dezember 1885.

7. Erwin Freiherr von Löw zu Steinfurt (1885 - 1900),
Er war Kreisassessor in Heppenheim, anschließend Kreisamtmann in Offenbach, wurde nach Groß-Gerau versetzt und am 1. Dezember 1885 zum Kreisrat (Landrat) ernannt. Hier war er bis zu seiner Pensionierung am 19. Mai 1900 tätig.

8. Karl Bichmann (1900 - 1905),
kam aus Oppenheim nach Groß-Gerau und übernahm am 1. Juni 1900 bis zu seiner Pensionierung am 1. November 1905 die Verwaltung des Kreises.
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9. Dr. Eduard Wallau (1905 - 1924)
aus Lauterbach, studierte Rechtswiisenschaften in Mainz, Gießen und Leipzig, übernahm am 1. November 1905 als Kreisrat die Verwaltung des Kreises Groß-Gerau. Unter Wallau erlebte der Kreis Groß-Gerau die Kaiserzeit, die schweren Jahre des 1. Weltkriegs, die anschließende französische Besatzung und den Anfang der Weimarer Republik. Er gehört zu den bedeutendsten Kreis- bzw. Landräten und wurde mit dem Titel eines Geheimen Regierungsrates am 1. April 1924 in den Ruhestand versetzt.

10. Dr. W. Koch (1924)
wurde als Amtmann vom 1. bis zum 15. April 1924 mit der Vertretung des Kreisrates beauftragt.

11. Ernst Werner (1924)
war vom 15. Mai 1924 bis zum 5. Dezember 1924 Landrat. Er kam vom Kreisamt Büdingen und ging am 5. Dezember 1924 als Kreisdirektor nach Offenbach.

12. Dr. Ernst Merck (1925 - 1931)
kam am 13. Februar 1925 als Oberregierungsrat von der Provinzialdirektion Gießen und stand dem Kreis Groß-Gerau bis zu seiner Versetzung nach Offenbach am 1. Oktober 1931 vor.

13. Dr. Hermann Usinger (SPD) (1932 - 1933)
Polizeidirektor aus Darmstadt, wurde am 1. Mai 1932 als Kreisrat nach Groß-Gerau versetzt und am 14. Dezember 1933 von den nationalsozialistischen Machthabern aufgrund des NS-Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums entlassen.

14. Dr. Straub (1934)
Die Nationalsozialisten beauftragten am 1. Februar 1934 , Regierungsrat am Kreisamt Groß-Gerau, zum Kreisdirektor. Er wurde am 19. April 1934 nach Friedberg versetzt.

15. Dr. Schmal und Gutermuth (1934 - 1935)
Das Kreisamt Groß-Gerau wurde in der Zeit vom 19. April 1934 bis zum 17. Dezember 1935 von den Regierungsräten kommissarisch verwaltet. Beide kamen aus Darmstadt.

16. Alfred Klostermann (NSDAP) (1935 - 1939)
Zuvor war er Landtagsabgeordneter der NSDAP (1931 bis 1933), Bürgermeister in Schlitz und von 1934 bis 1935 Landrat in Gießen. Von 1939 bis 1940 war er Landrat des Kreises Schrimm im damaligen Regierungsbezirk Posen, anschließend von 1941 bis 1945 Landrat in Alzey.

17. Hans Denser (NSDAP) (1940 - 1945),
Referendar am Landratsamt Heppenheim, wurde am 1. Juli 1940 an das Landratsamt Groß-Gerau versetzt und am 1. Februar 1941 zum Landrat ernannt. Denser war politischer Leiter in der NSDAP und Mitglied der SS. Ende März 1945 floh er mit verschiedenen Angestellten des Landratsamts unter Mitnahme der Kreiskasse. Er wurde von der US-Militärpolizei in Bayern verhaftet und abgeurteilt.

18. Dr. W. L. Grebner (1945)
wurde von der US-Besatzung am 14. Mai 1945 als Landrat eingesetzt. Er zog bereits am 12. Juli 1945 nach Wiesbaden und verließ die Verwaltung des Landratsamts am 15. Juli 1945.

Wilhelm Hammann
19. Wilhelm Hammann (KPD) (1945 - 1946)
Lehrer an der Volksschule Groß-Gerau, war von 1927 bis 1933 Mitglied des Hessischen Landtags (KPD) und zwischen 1933 und 1945 inhaftiert, seit 1938 im KZ Buchenwald. Er wurde am 16. Juli 1945 von den Besatzungsbehörden zum Landrat berufen und am 30. September 1945 wieder abgesetzt. Am 26. Juli 1955 verunglückte er in Rüsselsheim tödlich.
Im März 1984 wurde Wilhelm Hammann, der in Groß-Gerau beerdigt ist, in Israel postum für die Rettung der jüdischen Kinder im KZ Buchenwald geehrt. Er erhielt den Ehrentitel "Gerechter unter den Völkern".

Jean Christoph Harth
20. Jean Christoph Harth (SPD) (1946 - 1954)
aus Rüsselsheim, Gemeinderatsmitglied und Beigeordneter von 1918 bis 1933 und von 1921 bis 1933 SPD-Landtagsabgeordneter, wurde im Faschismus verfolgt und inhaftiert. Am 1. Oktober 1945 wurde er kommissarisch mit der Führung der Kreisverwaltung beauftragt und trat am 1. Juli 1946 sein Amt als erster frei gewählter Landrat des Kreises an. In seine Amtszeit fielen der Wiederaufbau, die Beschaffung von Wohnraum und die Eingliederung der seit 1946 aufgenommenen Vertriebenen. Jean Christoph Harth ging am 30. Juni 1954 in den Ruhestand und starb am 10. November 1956.

Wilhelm Seipp
21. Wilhelm Seipp (SPD) (1954 - 1963)
Kreisamtmann aus Lollar (SPD) übernahm am 1. Juli 1954 als Landrat die Verwaltung des Kreises. Mit seinem Namen verbinden sich unter anderem der Neubau des Kreiskrankenhauses und des Kreisverwaltungsgebäudes. Er starb am 11. Oktober 1963 in Groß-Gerau.

Alfred Schmidt
22. Alfred Schmidt (SPD) (1964 - 1970)
aus Rüsselsheim wurde am 16. März 1964 zum neuen Landrat gewählt. Davor war er Stadtrat in seiner Heimatstadt und Erster Kreisbeigeordneter. Unter seiner Leitung wurde die moderne Kreisverwaltung weiter ausgebaut. Am 15. März 1970 in den Ruhestand versetzt, verstarb er am 18. Mai 1975 in Rüsselsheim.

Willi Blodt
23. Willi Blodt (SPD) (1970 - 1992)
Wolfskehlen, ehemaliger Kreisjugendpfleger, Bürgermeister und Landtagsabgeordneter (SPD) übernahm das Amt am 16. März 1970. In seiner Amtszeit entwickelte sich der Kreis zu einem modernen Gemeinwesen, in dem Wirtschaftskraft, soziale Sicherheit und Umweltschutz gleichermaßen im Mittelpunkt stehen. Gesundheits-, und Bildungswesen sowie soziale Einrichtungen wurden ausgebaut, Vereine gefördert und die Integration der ausländischen Mitbürger unterstützt. Nach 22 erfolgreichen Amtsjahren wurde er am 31. Mai 1992 in den Ruhestand versetzt.

Enno Siehr
24. Enno Siehr (SPD) (1992 - 2010)
trat sein Amt am 1. Juni 1992 an und wurde 1998 und 2004 in Direktwahlen als Landrat des Kreises bestätigt. Unter dem früheren Bürgermeister von Ginsheim-Gustavsburg (SPD) wurde ein umfangreiches Programm zur Modernisierung der Schulen umgesetzt und in vielen Bereichen die Zusammenarbeit mit Nachbarkreisen und Privatunternehmen initiiert. Sein Name verbindet sich nicht nur mit der Weiterentwicklung der Kreisverwaltung zu einem modernen Dienstleistungsunternehmen, sondern auch mit den seit 1995 stattfindenden „Spargeltagen Gerauer Land“.

Thomas Will
25. Thomas Will (SPD), seit 1. Juni 2010
1959 in Bischofsheim geboren, absolvierte nach der Mittleren Reife eine Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten im Landratsamt Groß-Gerau. Anschließend war er von 1979 bis 1983 beim Regierungspräsidium in Darmstadt, von 1983 bis 1993 beim Staatlichen Schulamt in Frankfurt am Main und dann bis 2003 bei der Stadt Rüsselsheim tätig, zuletzt als Leiter des Fachbereichs Bildung und des Schulverwaltungsamtes. 2003 wurde er zum Ersten Kreisbeigeordneten, 2010 in #Direktwahl zum Landrat des Kreises Groß-Gerau gewählt.

Bei der Wahl zu einer zweiten Amtsperiode am 6.12.2015 erzielt Will über 64 % der abgegebenen Stimmen.
Feierliche Amtseinführung: 22.2.2016: Fotos

Landräte im
Kreis Groß-Gerau

Amtierender Landrat seit 2010

Thomas Will
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