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UNESCO Weltkulturerbe Kloster Lorsch
Freilichtlabor Lauresham

"Experimentalarchäologisches Freilichtlabor karolingischer Herrenhof Lauresham"

Der auf Grundlage aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse errichtete karolingische Herrenhof führt den Besucher zurück in die Lebens- und Alltagswirklichkeit der Menschen im frühen Mittelalter. Strategisch angesiedelt zwischen der frühmittelalterlichen Klostergründung Altenmünster und der späteren Lorscher Reichsabtei auf dem Klosterhügel, umfasst die 4,1 Hektar große Anlage insgesamt 21 Wirtschafts-, Wohn- und Stallbauten sowie eine Kapelle.

Rekonstruktionen Gebäude
Alle in Lauresham rekonstruierten Gebäude, vom Herrenhaus über das Haus der Frauen und Kinder und dem Haus der Sklaven bis zur Scheune, gehen auf archäologische Vorbilder zurück. Als Grundlage für die Hausrekonstruktionen dienten nachgewiesene frühmittelalterliche Gebäudeensemble aus Süddeutschland, aber auch Grabungsbefunde der Region, darunter aus Mannheim-Seckenheim, Holzheim bei Fritzlar oder aus Speyer.

Tiere / Ackerbau
Auch die Auswahl der Tiere, Ochsen und Kühe, Schweine, Rinder, Gänse, Hühner, Schafe und Bienenvölker, sowie die Sorten der angebauten Getreide, Pflanzen und Gartenfrüchte gehen auf historische Überlieferungen wie die Krongüterverordnung Karls des Großen (capitulare de villis) zurück.

Wissenschaftlicher Beitrag
Lauresham bildet die Vergangenheit nicht nur ab, sondern erforscht sie auch experimentalarchäologisch.
Hierdurch wird ein konkreter wissenschaftlicher Beitrag zum Verständnis des frühmittelalterlichen Siedlungs- und Alltagslebens geleistet. So werden etwa die Ackerflächen im Zyklus der Dreifelderwirtschaft bestellt. In diesem Projekt sind die beiden Ochsen David und Darius, die zur alten Rasse des Rätischen Grauviehs zählen, voll eingespannt: So pflügen sie beispielsweise - natürlich mit historischem Gespann - die für das Mittelalter charakteristischen "Wölbäcker", die in Lauresham genauer erforscht werden.

Daten und Fakten

Gesamtfläche und Gebäude
4,1 Hektar
21 Gebäude und Anlagen

Bauzeit: 2 Jahre

Gebäude und Anlagen
- 6 Wirtschaftsgebäude: Haus des Drechslers, Schmiede, Backhaus, Färberhaus, Kelter, Frauenarbeitshaus
- 4 Wohngebäude: Haus der Frauen und Kinder, Haus der Sklaven – servi non casati, Haus des Klerikers, Herrenhaus
- 5 Stallungen: Gänsestall, Ochsenunterstand, Schafsunterstand, 2 Schweineställe
- 1 Kapelle (einziger Steinbau)
- 5 Sonstige: Brunnen, 2 Multifunktionshäuser, 3 Heubergen

Baumaterial: Holz, Lehm, Flechtwerk, Stein

Landwirtschaftliche Nutzflächen und Gärten
- Ackerflächen: 3 Felder
- 5 Weideflächen: Ochsenweide, Schafweide, 2 Schweineweiden, Wechselweide
- 1 Gemüsegarten
- 1 Weingarten
- 1 Obstgarten
- 1 Färbergarten

Anbausorten und Pflanzen
- Regionale Getreidesorten: z.B. Dinkel und Emmer, Hafer (u. a. Ebsdorfer Kleyhafer), Kichererbse und Lupine (Hülsenfrüchte)
- Gemüse: z.B. Kohl, Pastinake, Schnittlauch, Möhre, Porree, Rettich, Knoblauch
- Obst: z.B. Maulbeere, Pfirsich, Pflaume, Birne, Apfel
- Wein: z.B. Heinisch, Roter Riesling, Elbling, Gänsfüsser, Weißer Orleans
- Färberpflanzen: z.B. Färberginster, Färberwaid, Rote Beete, Walnuss

Nutztiere und alte Tierrassen
- Rinder: Rätisches Grauvieh; Chianina und Watussi im Rahmen des Uruz Projektes zur Rückzüchtung des ausgestorbenen Auerochsen
- Schweine: Düppeler Weideschwein
- Gänse: Pommerngänse
- Hühner: Altsteirer, Andalusier
- Schafe: Skudden
- Bienen (Honig- und Wachsgewinnung)


Pommerngänse
Brunnen
Heuberge
Eröffnung: Matthias Wilkes (Landrat Kreis Bergstraße), Dr. Hermann Schefers (Leiter der UNESCO Welterbestätte Kloster Lorsch), Claus Kropp (Leiter des Freilichtlabors Lauresham), Karl Weber (Direktor der Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen), Christian Schönung (Bürgermeister Stadt Lorsch) von links
Lauresham
Lauresham
David und Darius mit dem Leiter von Lauresham, Claus Kopp (Foto: Welterbe Areal Kloster Lorsch)
Scharnier Herdenschutzhunde
 
Ackergeräte, die zum Einsatz kommen.

Fazit
Wie die Menschen zu Zeiten Karls des Großen gelebt haben, zeigt das erste Freilichtprojekt eines karolingerzeitlichen Herrenhofes in Europa.
Im täglichen Betrieb wird in den Bereichen Ackerbau, Viehzucht und Handwerk geforscht. Es wird mit alten Tierrassen und mit den Werkzeugen der Zeit gearbeitet, alte Getreidesorten werden angebaut (nur mit Führung zugänglich).
Vor allem aber will Lauresham eines: "Die Besucher erreichen und auf spielerische Weise mit herrschenden Klischees über das ,dunkle Mittelalter' aufräumen", erläutert Claus Kropp. "Der Herrenhof erlaubt dem Besucher durch eigene Anschauung auch komplexe Themen zu begreifen, wie etwa das für das frühmittelalterliche Kloster Lorsch so zentrale Thema der Grundherrschaft oder das mittelalterliche Gesellschaftssystem.

Projekt / Kosten
Konzipiert und realisiert wurde das im September 2014 eröffnete "Experimentalarchäologische Freilichtlabor karolingischer Herrenhof Lauresham" von der Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen zusammen mit dem Archäologischen Institut der Stadt Hamburg. Mit je rund einer Million Euro beteiligten sich das Land Hessen, die Stadt Lorsch und der Bund an der Finanzierung des Projekts.


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Kloster Lorsch

Freilichtlabor Lauresham
64653 Lorsch,
Im Klosterfeld

Eröffnung:
September 2014

Kontakt
Claus Kropp M.A.
Leiter Lauresham
Tel.: 06251-51446,
E-mail

Weitere Informationen
(Geländeplan, Parkplätze, Barrierefreiheit etc.):
Kloster Lorsch

Öffnungszeiten:
Lauresham ist nur für geführte Gruppen zugänglich.
Anmeldung Tel.: 06251-10382 11;
E-Mail;
Führungen ohne vorherige Anmeldung finden ab zwei Personen jeweils um 11, 13 und 15 Uhr statt. Preise pro Person: 7 EUR, ermäßigt 5 EUR.
Gruppen ab 20 Personen 6 € / Erw.


Geschlossen
1. November bis Ostern (Ausnahmen: Sonderveranstaltungen
Veranstaltungstipps

Preise Themenwochenende (ohne Führung)
7 EUR / ermäßigt 5 EUR pro Person. Das Familienticket (2 Erw., max. 4 Kinder) kostet 16,50 EUR.


Nicht erlaubt mit Rücksicht auf die in Lauresham lebenden Nutztiere.

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