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Sanierung des Jagdschlosses Mönchbruch

Konzept Gesamtanlage
Die zum Jagdschloss gehörenden Pavillons sollen, entsprechend ihrer barocken Konzeption, zur Nutzung als Gästehäuser saniert werden und sich dem bestehenden Hotelbetrieb der Mönchbruchmühle angliedern. Alle Maßnahmen folgen den anerkannten Grundsätzen der Denkmalpflege in enger Absprache mit der Denkmalschutzbehörde und dem Landesamt für Denkmalpflege.

Konzept Jägerbau
Im Jägerbau (der westliche Pavillon) werden zukünftig fünf kleine Gästeappartements untergebracht: Zwei im Erdgeschoss und drei im Obergeschoss.

Für die Anordnung der Nutzungseinheiten war die ursprünglich barocke Grundrissstruktur maßgebend. In beiden Geschossen soll die ehemalige Wegeführung wieder erkennbar gemacht werden. Dies geschieht in Form von Rekonstruktionen nicht mehr vorhandener Wände (Kaminzimmer am Eingangsbereich), dem Verlaufsmuster im Fußboden, sowie der Andeutung alter Wandöffnungen in Form von Blindtüren. Historische Innenwände werden nicht verändert. Gleiches gilt für die überlieferte Fassadengliederung mit symmetrischen Fenstern und Gauben.

Sanierung:
Beginn der Sanierungsmaßnahme war Sommer 2006. Begonnen wurde mit der Entnahme sämtlicher unhistorischen und für das Gebäude schädlichen Materialien, wie Innendämmungen aus Styropor und Mineralwolle, Verkleidungen aus Spanplatten und schadhaften Estrichen. Diese Arbeiten bedürfen eines sorgfältigen Vorgehens, um möglichst wenig der originalen Bausubstanz zu zerstören. In manchen Bereichen bestanden 20 cm starke Aufbauschichten, die das Ergebnis von 3- 4 Bauphasen des Endes des 20. - Jahrhunderts waren. Für den Abtransport der entnommenen Baumaterialien wurden bereits 14 Container mit einem Gesamtvolumen von ca. 100t benötigt. Diese Arbeiten bedurften mehrere Wochen und brachten einige bisher versteckte Gebäudeschäden zutage. Schwerwiegendster Schaden stellte der Bruch einer Holzbalkendecke dar. Die dadurch hervorgerufene Vertiefung im Boden des Obergeschosses wurde von den Vorbesitzern stets mit Gussasphalt ausgeglichen - die Ursache aber nicht behoben. Teile der Fachwerkwände waren durch angrenzende Feuchträume und die Verwendung falscher Baumaterialien in Mitleidenschaft gezogen. Diese Bereiche wurden zimmermannsmäßig durchrepariert, wobei möglichst viel der originalen Substanz erhalten blieb (Beispiel Süd-Ostecke und Decke).

Die bis auf die historischen Oberflächen ausgeräumte Bausituation ermöglichte eine eingehende bauhistorische Untersuchung durch das Büro Dr. Hans- Hermann Reck, Wiesbaden. Begleitend wurde von dem Architekturbüro Kaffenberger ein verformungsgerechtes Aufmaß erstellt. Erstmals konnten alle relevanten Konstruktionselemente des Originalbaus untersucht und dokumentiert werden. Dabei konnte die ehemalige Raumaufteilung des Jägerbaus gut nachvollzogen werden. Während dieser Arbeiten mussten die Baumaßnahmen ruhen.

Die aus der Barockzeit stammende originale Gefachausmauerung besteht, anders als üblich, aus Bruchsteinen. Der, gegenüber einer sonst verwendeten Lehmausfachung, schlechtere Dämmwert erfordert eine zusätzliche Wärmedämmung. Da das charakteristische Erscheinungsbild der Fassaden gewahrt bleiben sollte, kam nur eine so genannte "Innendämmung" in Frage. Aus bautechnischer Sicht ist eine solche Dämmschicht an den Innenseiten meist problematisch. Die Verwendung falscher Materialien führt zwangsläufig zur Durchfeuchtung der Außenwände. Schimmelbildung und Substanzschäden sind die Folge.

Beim Jägerbau wurde auf ein speziell für Fachwerkbauten entwickeltes Dämmsystem zurück gegriffen. Dabei wurden die Außenwände im Erdgeschoss mit einer Schicht aus Wärmedämmlehm verkleidet. Das Verfahren ist arbeitsintensiv, da das Material von Hand lagenweise eingestampft werden muss. Die dabei einzuhaltenden Trocknungsphasen erfordern entsprechende Außentemperaturen und Luftfeuchtigkeit. Aus diesen Gründen musste die Baustelle im Winter ruhen. Die Lehmwände werden anschließend mit reinem Kalkputz verputzt und mit historisch stimmigen Farben angelegt.

Im Obergeschoss konnten die Außenwände (Dachschrägen) wegen ihrer Neigung nicht mit diesen Lehmwänden verkleidet werden. Hier kam eine Kombination aus Lehmmörtel mit Korkdämmplatten zum Einsatz. Bei diesen zu 100% natürlichen Baustoffen ist gewährleistet, dass das in der Außenwand anfallende Tauwasser über Kapillarwirkung abgeführt wird.

Aus gestalterischen Gründen soll in den Räumen auf Wandheizkörper verzichtet werden. Stattdessen werden in extra in den Dämmwänden ausgesparten Kanälen so genannte Sockelleistenheizungen eingebaut. Dabei verläuft ein Heizrohr (Konvektor) im Fußleistenbereich der Außenwände und wird von einem Profilbrett verdeckt. Das Ergebnis ist ein gleichmäßig temperierter Raum ohne störende Heizkörper. Wegen der geplanten Verwendung von Massivholzböden kam eine Fußbodenheizung nicht in Betracht.

Alle Fenster am Jägerbau werden erneuert. Die neuen Fenster werden nach einem letzten, im Bestand vorhandenen, Fenster aus dem Ende des 19. Jahrhunderts in Eiche nachgebaut. Gleiches gilt für die Innentüren.

Nach Fertigstellung der Innenarbeiten sollen im Frühjahr 2008 die Außenarbeiten folgen. Ein Farbkonzept wird gerade in enger Absprache mit Denkmalschutz und Denkmalpflege erarbeitet. Dabei soll geprüft werden, inwieweit die historische Gesamtanlage, bei der auch die Fassaden des straßenseitigen Ökonomietrakts verputzt waren, wieder vereinheitlicht werden können. Dieses "Ausloten" der Möglichkeiten soll mit Plandarstellungen und Farbmustern am Objekt erfolgen.

 


Entkernt
Platanen wurden erhalten
Fertiggestellter Teilbereich
Nachbau der Fenster
Noch nicht saniertes Gebäude
Jägerbau
Gemälde des Jagdschlosses
Zustand 2006
Nach der Sanierung


Das Dach besitzt noch große Teile der alten Deckung mit Handstrichbibern. Bei diesen Ziegeln sind die Handspuren der damaligen "Hersteller" noch deutlich zu erkennen. Diese -historisch wertvollen Ziegel- sollen erhalten bleiben und lediglich zerstörte Einzelstücke ausgetauscht werden. Eine Gaube wurde bereits mustergültig instand gesetzt. Die anderen Gauben mit der charakteristischen Schieferdeckung sollen im Zuge der Gerüststellung für die Fassadenarbeiten in Angriff genommen werden.

Im direkten Anschluss an die Fertigstellung des Jägerbaus sollen die Arbeiten an den beiden nächsten Pavillons weiter gehen.

Beim Jägerbau wurde auf ein speziell für Fachwerkbauten entwickeltes Dämmsystem zurück gegriffen. Dabei wurden die Außenwände im Erdgeschoss mit einer Schicht aus Wärmedämmlehm verkleidet. Das Verfahren ist arbeitsintensiv, da das Material von Hand lagenweise eingestampft werden muss. Die dabei einzuhaltenden Trocknungsphasen erfordern entsprechende Außentemperaturen und Luftfeuchtigkeit. Aus diesen Gründen musste die Baustelle im Winter ruhen. Die Lehmwände werden anschließend mit reinem Kalkputz verputzt und mit historisch stimmigen Farben angelegt.

Im Obergeschoss konnten die Außenwände (Dachschrägen) wegen ihrer Neigung nicht mit diesen Lehmwänden verkleidet werden. Hier kam eine Kombination aus Lehmmörtel mit Korkdämmplatten zum Einsatz. Bei diesen zu 100% natürlichen Baustoffen ist gewährleistet, dass das in der Außenwand anfallende Tauwasser über Kapillarwirkung abgeführt wird.

Aus gestalterischen Gründen soll in den Räumen auf Wandheizkörper verzichtet werden. Stattdessen werden in extra in den Dämmwänden ausgesparten Kanälen so genannte Sockelleistenheizungen eingebaut. Dabei verläuft ein Heizrohr (Konvektor) im Fußleistenbereich der Außenwände und wird von einem Profilbrett verdeckt. Das Ergebnis ist ein gleichmäßig temperierter Raum ohne störende Heizkörper. Wegen der geplanten Verwendung von Massivholzböden kam eine Fußbodenheizung nicht in Betracht.

Alle Fenster am Jägerbau werden erneuert. Die neuen Fenster werden nach einem letzten, im Bestand vorhandenen, Fenster aus dem Ende des 19. Jahrhunderts in Eiche nachgebaut. Gleiches gilt für die Innentüren.

Nach Fertigstellung der Innenarbeiten sollen im Frühjahr 2008 die Außenarbeiten folgen. Ein Farbkonzept wird gerade in enger Absprache mit Denkmalschutz und Denkmalpflege erarbeitet. Dabei soll geprüft werden, inwieweit die historische Gesamtanlage, bei der auch die Fassaden des straßenseitigen Ökonomietrakts verputzt waren, wieder vereinheitlicht werden können. Dieses "Ausloten" der Möglichkeiten soll mit Plandarstellungen und Farbmustern am Objekt erfolgen.

Das Dach besitzt noch große Teile der alten Deckung mit Handstrichbibern. Bei diesen Ziegeln sind die Handspuren der damaligen "Hersteller" noch deutlich zu erkennen. Diese, historisch wertvollen Ziegel, sollen erhalten bleiben und lediglich zerstörte Einzelstücke ausgetauscht werden. Eine Gaube wurde bereits mustergültig instand gesetzt. Die anderen Gauben mit der charakteristischen Schieferdeckung sollen im Zuge der Gerüststellung für die Fassadenarbeiten in Angriff genommen werden.

(*) Die Informationen wurden freundlicherweise von Frau Grote,
Landgasthof Mönchbruchmühle, zur Verfügung gestellt.


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Sanierung des Jagdschlosses Mönchbruch (*)

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