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Peter-Behrens-Bau

Peter Behrens
Der Architekt, Maler, Designer und Typograph Peter Behrens (*14.4.1868 in Hamburg; †27.2.1940 in Berlin) war ein führender Vertreter des modernen Industriedesigns.
Er erhielt 1920 (Vertragsabschluss: 14. September) den Auftrag zum Bau des technischen Verwaltungsgebäudes der Farbwerke Höchst.

Bau des Verwaltungsgebäudes
Nach den Plänen des Architekten wurde in den Jahren 1921 (Baubeginn) bis 1924 (Einweihung 6. Juni) das technische Verwaltungsgebäude der ehemaligen Farbwerke Hoechst errichtet. Behrens zeichnete nicht nur für den Baukörper verantwortlich, sondern entwarf u.a. auch Türgriffe, Lampen und Glasfenster.
Wegen der französischen Besetzung der Baustelle mussten die Bauarbeiten von Dezember 1923 bis April 1924 unterbrochen werden.

Gebäude mit Turm und Brücke
Die Fassade des 185 Meter langen Gebäudes, die aus Backsteinen besteht, erinnert an eine Festungsmauer. Die Fenster sind in der Mauer zurückgenommen, das Sockelgeschoss ist abgeböscht. Markant ist der aus der Mitte des Gebäudes herausragender Turm, von dem aus zum gegenüberliegenden Hauptkontor eine bogenförmige Verbindungsbrücke führt, die die Brüningstraße überspannt. Es erinnert an eine Zugbrücke mit mittelalterlichem Turm.
(Die Brüningstraße war in der 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts eine öffentliche Straße zwischen den Frankfurter Stadtteilen Sindlingen und Höchst).

Kuppelhalle / Lichthof
Kernstück des funktional gestalteten Gebäudes mit dem verhältnismäßig niedrigen Eingangsbereich ist der über fünf Etagen reichende spektralfarbig gestaltete Lichthof mit drei kristallartig angelegten Glaskuppeln in einer Höhe von 20 Metern, seitlichen Treppenhäusern und umlaufenden Galerien.
Optisch getragen werden die Kuppeln von acht vielfach abgestuften, sich nach unten hin verjüngenden Pfeilern, die aus über 50.000 Ziegelsteinen bestehen. Peter Behrens wollte auf diesen Pfeilern die Farben des Kristallprismas widerspiegeln und ließ die Steine entsprechend des Farbverlaufes anmalen: das Spektrum reicht von Grün im Untergeschoss über Blau und Rot bis zu einem hellen Gelb unter den Kuppeln.

Die Kristallform der Glaskuppeln spiegelt sich auch in den Bodenmosaiken wieder.

Als Referenz an den damalig führenden Farben- und Arzneihersteller von Weltrang erfolgten die farbliche Darstellung und die kristallinen Formen als Symbol für die Chemie.

Ausstellungshalle
Ursprünglich sollten in der Ausstellungshalle, die sich an den Lichthof anschließt, Produkte des Werkes präsentiert werden. Doch schon wenige Jahre nach der Eröffnung erfolgten mehrere Umbauten und Umwidmungen. War es zunächst eine Gedenkstätte für gefallene Mitarbeiter, so wurden für die Nutzung als Büroflächen und als Telefonzentrale Decken und Wände in die 7 Meter hohe Halle eingezogen. Auch die farbigen Glasfenster wurden entfernt.

Nach alten Plänen und Vorlagen wurde die Halle im Jahr 2007 originalgetreu rekonstruiert und so wieder in das Gesamtkonzept des Gebäudes eingefügt.
Die von Richard Scheibe (*19.4.1879 in Chemnitz; †6.10.1964 in Berlin) entworfene Bronzeplastik "Aufbruch", die einen Arbeiter zeigt, steht wieder in der Ausstellungshalle.

Hörsaal
Auch der Hörsaal ist nicht mehr original erhalten. Durch Sprengbomben wurde er während des 2. Weltkrieges beschädigt und in den 50er Jahren in verändert wieder aufgebaut.

Sisyphusarbeit für Restauratoren
Licht, Schmutz und mechanische Einwirkungen hatten diesen Farben, insbesondere den damals genutzten Bindemitteln, in den vergangenen Jahrzehnten sichtbar zugesetzt. An manchen Stellen waren sie nur noch zu erahnen.

Im Rahmen einer Voruntersuchung zeigte es sich, dass in der Kuppelhalle noch ein hoher Anteil an originaler Substanz erhalten war. Anders in den umlaufenden Fluren, wo zum Beispiel durch Reinigungsarbeiten der Farbauftrag stark gelitten hat. Wunsch von Infraserv Höchst und auch der Denkmalpflege war es, die Halle sehr zurückhaltend zu restaurieren, so dass der gealterte Charakter der Kuppelhalle in jedem Fall erhalten bleibt.

Die insgesamt fünf Restauratoren einer Spezialfirma befreiten die vorhandenen Farben zunächst behutsam vom Staub der Jahre, konservierten anschließend die noch vorhandenen Farbschichten und ergänzten nach sorgfältiger Analyse der vorhandenen Farbpigmente die fehlerhaften Stellen. Allein die Reinigung der Ansichtsflächen nahm etwa die Hälfte der gesamten Restaurierungszeit von fünf Monaten in Anspruch.

„Wir haben hier in Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalpflege Hessen eine Restaurierung vorgenommen“, erklärt Restaurator Thorsten Moser (Firma Onnen aus Bamberg) der die Arbeiten plante. „Im Gegensatz zur Renovierung dürfen wir dabei die vorhandenen Farben nicht verändern, sondern nur dort neue Schichten auftragen, wo wirklich nichts altes mehr vorhanden ist.“ Eine wahre Sisyphusarbeit, die Restauratoren aber gewohnt sind. (Quelle: Infraserv)

Bedeutung des Gebäudes
Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude gilt als einer der bedeutendsten expressionistischen Industriebauten Deutschlands und wird auch als "umbautes Licht" oder "Stein gewordener Expressionismus" bezeichnet.
Der Peter-Behrens-Bau ist Teil der Route der Industriekultur Rhein-Main.

Heutige Nutzung
Es ist heute Sitz der Geschäftsführung von Infraserv.
Die Ausstellungshalle wird für Veranstaltungen genutzt.
Besichtigungen:
siehe rechte Spalte oder
Veranstaltungen



Statue
Wahrzeichen. urm und Brücke des Peter-Behrens-Baus von Westen. (Bildrechte: Infraserv Höchst)
Metall und Glas. Dem Kristall nachempfundenen Kuppeln in der großen Halle.
Walther vom Rath.  Naturwissenschaftler, Jurist und Unternehmer und erster stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates der I.G. Farben.


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Adresse (angegeben ist das Tor Ost)
Brüningstraße 50

Peter-Behrens-Bau

Besuchstage
Besuchstage 2015
26. Juni,
25. September,
18. Dezember,
jeweils 15, 16, 17 Uhr
Veranstaltungen

Teilnahme kostenfrei.

Dauer: 1 Stunde
Voranmeldung erforderlich, Gruppen von höchstens 3 Personen.
Treffpunkt: Industriepark Höchst, Besucherempfang am Tor Ost, Brüningstraße 50,
10 Minuten vor Beginn.
Kein Zutritt für Kinder unter 14 Jahren.
Lichtbildausweis erforderlich.

Kontakt
Dagmar Demmig,
Infraserv Höchst
Unternehmens-
entwicklung und Kommunikation.
Tel.: 069 305-5413
E-Mail

Sicherheitshinweise



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