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Saalburg
Römerkastell und „Archäologischer Park“

Geschichte
Die Römer bauten nach dem Chattenkrieg (83 - 85. n.Chr.) den Limes. Dieser bildete in dieser Region die Grenze des Römischen Reiches zu den Stammesgebieten der Germanen und diente auch der Kontrolle und Sicherung des Saalburgpasses, eines wichtigen Verkehrs- und Handelsweges. Es sollte verhindert werden, dass unkontrolliert Personen die Grenze passieren und Waren ein- und ausführen.

Schanzen
Die erste befestigte Anlage, bestehend aus zwei Schanzen (Erdwälle) entstand durch die Römer in Verbindung mit dem Bau des Limes etwa um 87. n. Chr.

Holzkastell
Um 90 n. Chr. wurde ein Holzkastell (etwa 80 x 84 m) erbaut, in dem zwischen 120 - 150 Soldaten untergebracht waren.

Steinkastell / Lagerdorf
Etwa 600 Soldaten waren um 135 n. Chr. in der zu einem Kohortenkastell (Kastell für Hilfstruppen) ausgebauten Festung untergebracht. Die 2. Raeterkohorte bestand aus Reitern und Infanterie. Die Familien der Soldaten, Handwerker und Händler lebten in dem Lagerdorf außerhalb der Festung. Hier entstanden ebenfalls Badeanlagen, Brunnen, Geschäfte und eine Herberge. Das Holzkastell wurde durch ein größeres Steinkastell ersetzt (147 x 221 m). Es wird angenommen, dass um 200 n. Chr. in und neben der Saalburg etwa 2000 Menschen lebten.

Befestigung
Die Mauer der Umwehrung bestand ursprünglich aus einem Stein-Holz-Verband. In der zweiten Hälfte des 2. Jahrhunderts entstand eine Mörtelmauer. Die Wachtürme wurden ebenfalls durch steinerne Bauten ersetzt. Innerhalb der Bewehrung befand sich ein Wall, außerhalb waren Wassergräben angelegt.

Ertüchtigung der Gebäude
Auch die Gebäude in der Festung mussten verändert und angepasst werden. Die Holzgebäude wurden ebenfalls durch Steingebäude ersetzt. Dies war auch den Germanen geschuldet, die wiederholt hier einfielen und Gebäude beschädigten. Die Häuser waren teilweise mit Keller und Bodenheizung (siehe unten) ausgestattet.

Verputz
Verputz
Die Römer ließen alle Bauwerke aus Stein, einschließlich der Befestigungsmauern, verputzen. Der weiße Verputz wies oft eingerissene, rot ausgemalte Linien auf, die den Eindruck eines Quaderwerks wiedergaben.

Baumaterialien
Benutzt wurden Ziegel oder Natursteine, die in Kalkmörtel gesetzt wurden. Durch Nässe löste sich der Kalk allerdings auf und der verbliebene Sand konnte die Steine nicht mehr zusammenhalten. Die Mauern mussten regelmäßig erneuert werden.
Auch bei der Rekonstruktion um 1900 wurden die steinernen Anlagen in der römischen Mauertechnik errichtet. Es handelte sich um ein archäologisches Experiment, um mehr über die Bautechnik der Römer zu erfahren. Deswegen müssen die damals errichteten Teile der Saalburg grundlegend saniert werden.

Aufgabe des Kastells
233 griffen germanische Stämme das Lagerdorf an und setzten es in Brand. Etwa 260 n. Chr. wurde, nach weiteren Auseinandersetzungen mit den Germanen, der Limes und das Kastell Saalburg durch die Römer aufgegeben. Sie zogen sich hinter den Rhein zurück.

Archäologische Grabungen
Ab 1853 fanden durch Louis Jacobi, einem Architekten und Altertumsforscher aus Bad Homburg, in dem ehemaligen Römerkastell, das vom Wald überwuchert und ab dem Mittelalter auch dem Steinraub ausgesetzt war, erste archäologischen Ausgrabungen und Untersuchungen statt. 1870 erfolgte die Gründung des Saalburgmuseums, deren Mitglieder Jacobi unterstützten.
1897 veranlasste Kaiser Wilhelm II (27.1.1859 - 4.6.1941) den Wiederaufbau der Anlage aus der Römerzeit auf seinen römischen Grundmauern, der 1907 abgeschlossen wurde. Mit den Arbeiten zur Rekonstruktion wurde Louis Jacobi beauftragt.

Der Limes / Naturerbe
Der Obergermanisch-Raetische Limes bildete die Grenze des Römischen Reiches. Er war Teil der über 5.000 Kilometer langen Grenzen Roms, die sich von Britannien quer durch Europa, den Mittleren Osten und Nordafrika bis zur Atlantikküste erstreckten.
Der außergewöhnliche universelle Wert des Limes wird seit 2005 nach dem Internationalen Übereinkommen zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt von 1972 (UNESCO-Konvention) gewürdigt.
Die Überreste 550 Kilometer langen Limes, der befestigten Grenzanlage vom Rhein bis zur Donau, ist heute das größte Bodendenkmal Europas.

Brunnen
Auf dem Gelände befanden sich etwa 100 Brunnen. Fielen diese trocken, wurden sie mit Abfall verfüllt und mit Erde abgedeckt. Neben Essensresten fand man Kleidungsstücke, Schuhe und Scherben. Einer der Brunnen erwies sich als wahre Schatzkammer. In dem Brunnen mit der Nummer 39 im Lagerdorf wurden wertvolle Gegenstände aus Bronze gefunden. Vermutlich wurden diese vor einem Angriff der Germanen hier versteckt und waren in Vergessenheit geraten.

Römische Kanalheizung
Der Wohnraum der Häuser wurde über einen angrenzenden Heizraum beheizt. Von der Feuerstelle (Praefonium) aus gelangte die Wärme über die unter dem Fußboden liegenden Heizkanäle, die mit Ziegelplatten bedeckt waren, in den Wohnraum. In den vier Ecken des Raumes befanden sich Holzziegelstränge, durch die der Rauch abziehen konnte.

Mithräum - Mithrasheiligtum
Das unterhalb der Saalburg gelegene Mithräum hat es vermutlich nie gegeben. Die in unmittelbarer Nähe gelegene Quelle und das Wasserbecken hatten deswegen mit dem Mythraskult nichts zu tun. 1910 hatte man bei Ausgrabungen an dieser Stelle Gräber innerhalb von Mauern entdeckt und für die Reste eines Mithräums gehalten.
Das Innere des rekonstruierten Mithräums vermittelt einen Eindruck vom ursprünglichen Aussehen eines solchen Heiligtums. Im hinteren Teil des Gebäudes sind das Kultbild und die zwei Begleiter des Gottes Mithras  zu sehen. Die Wände und die Decke sind farblich als Sternenhimmel dargestellt. Vorbild der Ausmalung waren Farbspuren, die an anderen Orten gefunden wurde.
Das Gebäude ist für Besucher nicht begehbar. Das Innere des Gebäudes ist beleuchtet und während der Öffnungszeiten durch eine Glasscheibe zu sehen.


Jupitersäule
Ebenfall frei zugänglich ist das Gelände unterhalb der Saalburg, auf dem die Jupitersäule steht.
Diese ist die Kopie der Jupitersäule aus Mainz, die dem römischen Kaiser Nero (54 - 68 n. Chr.) gewidmet war. Das Denkmal aus Kalkstein stellt den gallisch-römischen Götterkreis dar. Es ist das Werk der gallischen Bildhauer Samus und Severus.


Mythräum
Exponate
Schießstand
Brunnen
Haupttor
Fußbodenheizung
Weihesteine
Mythräum
   

Gräberhaus
Das ebenfalls außerhalb der Festung liegende Gräberhaus befindet sich auf der anderen Straßenseite der B 456. Es ist das früheste auf römischen Grundmauern wiedererrichtete Gebäude im Archäologischen Park (1872). Ursprünglich diente es dazu, die bei den Ausgrabungen zutage geförderten Gräber zu präsentieren.

Wilhelminisches Gebäudeensemble
Das "Nachwächterhaus", die "Villa Böhm" und das "Teehäuschen der Kaiserin Viktoria", entworfen von Louis Jacobi, liegen in öffentlich zugänglichen Bereich westlich der Saalburg. Bei der 2012 abgeschlossenen Grundsanierung wurden auch nachträgliche Einbauten beseitigt, um den Eindruck des ursprünglichen Zustands wieder herzustellen. In den Gebäuden sind Büroräume, Sozial- und Sanitärräume für Mitarbeiter der Saalburg sowie Räume für didaktische Zwecke untergebracht.

Taberna / Gasthaus
Die Taberna im Inneren des Kastells bietet Gerichte aus römischer Küche, warme und kalte Speisen, Kuchen, Kindermenüs sowie spezielle Menüangebote für angemeldete Gruppen.
Tel.: 06175/797125

Kastell Saalburg heute

Bei einer Zeitreise 2000 Jahre zurück erhält der Besucher ein lebendiges Bild von der römischen Lebensweise, über deren Kultur, Geschichte und Lebensart.
Beispielhaft sind hier einige Einrichtungen aufgeführt.
Die beiden Häuser im Eingangsbereich mit dem Museumsshop und der Kasse sind den Wohnhäusern des Lagerdorfes nachempfunden.
Der Getreidespeicher (Horrea) ist heute Ausstellungsraum und im Wohnhaus des Kommandanten (Praetorium) befinden sich die Museumsverwaltung und das Saalburg-Forschungsinstitut. In dem zentralen Stabsgebäude (pricipia), wo zu Zeiten der Römer Amtsräume, Waffenkammern und Schreibstuben waren, ist heute eine große Halle und ein schöner Innenhof um den Museumsräume angeordnet sind. Gezeigt wird die Enge der Mannschaftsunterkünfte (Contubernium). Hier waren acht Soldaten in einem Zimmer auf engstem Raum untergebracht. Im Gegensatz dazu steht das Triclinium, das Speisezimmer eines Offiziers, reich bemalt und edel ausgestattet.
Das Fahnenheiligtum (Aedes) kann nur bei Führungen begangen werden. Doch durch die Gittertür kann das Innere mit den Exponaten gut eingesehen werden.

Das "Römerkastell Saalburg - Archäologischer Park" bei Bad Homburg ist als Kern des dezentralen Archäologischen Landesmuseums Hessen, als Freilichtmuseum und als Forschungsstätte für Geschichte und Kultur der Römerzeit eine einzigartige Einrichtung. Über die Grenzen Hessens hinaus gilt sie als der Ort, an dem römische Geschichte erlebbar wird. Durch das UNESCO-Welterbe Limes (seit 2005) hat sich der Stellenwert der Saalburg noch vergrößert.
Einzigartig ist ebenfalls, dass die Saalburg das einzige weitgehend rekonstruierte Römerkastell am Limes ist.
Die Anlage ist eines der herausragenden Museen zur Epoche und bietet immer ein abwechslungsreiches Veranstaltungsprogramm für die gesamte Familie. Der Besucher kann heute ein Stück weit die Römerzeit selbst erleben.
Dem Motto der Saalburg "Sehen - erleben - aktiv sein. So machen Archäologie und Geschichte Spaß" kann gefolgt werden.


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Bad Homburg

Römerkastell Saalburg -
Archäologischer Park
Saalburg 1
61350 Bad Homburg

Tel.: 06175/9374-0
(montags bis freitags von 10 - 14 Uhr,
außer an Feiertagen, 24.12. u. 1.1.)
Fax: 06175/9374-11
E-Mail

Öffnungszeiten
März bis Oktober
täglich 9 - 18 Uhr;
November bis Februar
täglich außer montags
9 - 16 Uhr;
Letzter Einlass: ½ Stunde vor Schließung
(25./26.12. und 1.1.:
9 - 16 Uhr, 24. und 31.12. geschlossen)

Eintritt:
Erwachsene: 5 Euro (ermäßigt 3,50 Euro)
Kinder/Jugendl.: 3 Euro
Kinder unter 6 Jahren: frei
Weitere Ermäßigungen für Familien + Gruppen

#Informationen für Menschen mit Behinderung (pdf)
Parrkplätze für Menschen mit Behinderung

Parkplätze


Erlaubt an der Leine.
Eintritt: 1 Euro

#Führungen / Veranstaltungen

Dagmar Möller und Michael Richter von der Gruppe


 

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