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Schwanheimer Düne

Naturschutz- und FFH-Gebiet
Die Schwanheimer Düne ist ein seit 1984 ausgewiesenes Naturschutzgebiet am Frankfurter Stadtteil Schwanheim. Es ist 58,5 Hektar groß, seit 2003 auch als Flora-Fauna-Habitat-Gebiet (FFH-Gebiet) nach Europäischem Recht geschützt und eine der wenigen Binnendünen Europas.

Entstehung
Das ursprünglich bewaldete Gebiet entstand etwa 10.000 Jahre v.Chr. nach der letzten Eiszeit durch Sandverwehungen (kalkfreier Quarzsand) aus dem Main während längerer Niedrigwasserperioden. Die Dünen im Zentralbereich sind bis zu 20 m hoch. In der Nacheiszeit war das Gebiet bewaldet. Um 1810 wurde der Wald durch Schädlinge befallen und durch Sturm zusätzlich geschädigt. Die Kiefern und Eichen wurden gefällt. Versuche, Kirschbäume anzupflanzen, scheiterten an zwei Trockenperioden. Um 1885 kam die Düne an der jetzigen Stelle zum Stillstand.

Sand- und Kiesabbau
Ab Anfang des 20. Jahrhunderts wurde bis etwa 1940 an verschiedenen Stellen Sand und Kies abgebaut.
Zur Verladestation am Kelsterbacher Weg entstand eine Lorenbahn. Die Schienen für die Loren, die von Pferden oder von Arbeitern gezogen oder geschoben wurden, führten zum Teil über große Betonklötze. Diese sind teilweise noch in dem Gelände vorhanden.
Während des Zweiten Weltkrieges war in der Düne eine Flak-Stellung stationiert. Nach unbestätigten Meldungen soll einer der Bunker in die Schmitt'che Grube (benannt nach dem Unternehmer Otto Schmitt, der hier Sand und Kies abbaute) gerutscht sein.
Diese Grube zeugt neben der nördlich gelegenen Martinsgrube und zwei weiteren Gruben, die später verfüllt wurden, von dem Sandabbau nach dem Weltkrieg.

Binnendüne und Teiche

Zusammensetzung der Biotopkomplexe.
Neben den Binnengewässern (7%) sind vorhanden:
-   Acker: 10%
-   Grünland (trockene Standorte):
    34%
-   Nadelwald (bis max. 
    30% Laubholzanteil): 18%
-   Gebüsch-/Vorwaldkomplexe:
    31%

Pflanzen
Im Kernbereich weist die locker bewaldete Binnendüne viele Offenstellen auf.  Die Wiederbewaldung wird im Rahmen von Pflegemaßnahmen verhindert. Auf dem Sandrasen haben sich an Trockenheit angepasste Pflanzen und Tiere angesiedelt.  Es entstand die typische Pflanzengesellschaft einer Binnendüne, der seltene und ökologisch kostbare Silbergrasflur (Silbergras (Corynephorus canescens), Bauernsenf (Teesdalia nudicaulis) und Sand-Grasnelke (Armeria elongata)). Die meisten Pflanzen sind durch tiefgehende Pfahlwurzeln ausgezeichnet an trockene Standorte angepasst. Die Kiefern (Pinus sylvestris) weisen auf dem mageren Sand oft einen bizarren Wuchs auf. Sie sind eher klein, buschartig und haben tiefhängende Äste. Der Boden darunter ist kaum bewachsen. Hier siedeln sich verschiedene Flechten an. Diese sind eine Symbiose aus einem Pilz und einzelligen Algen. Der Pilz sorgt für Mineralien aus dem Untergrund, die Alge versorgt die Gemeinschaft mit Kohlenhydraten über die Photosynthese.

Tiere
Die Schmitt'che Grube ist heute ein Rückzugsgebiet gefährdete Vogelarten. Zu finden sind hier Flussregenpfeifer, Haubentaucher, Kormorane, Eisvögel und andere. Auch gefährdete Amphibien wie Grasfrosch, Wechselkröte oder Teichmolch fühlen sich hier wohl.
Armleuchteralgen, Muscheln und Schnecken bevölkern das Wasser. Die Teiche sind eingezäunt und für den öffentlichen Zugang gesperrt.

Der heimisch gewordene Steinkauz jagt in der Dämmerung und in den Nachtstunden Insekten, Regenwürmer und Kleinsäuger. Auch für den Grünspecht ist der Tisch reichlich gedeckt. Er ernährt sich hauptsächlich von Wieseninsekten. Als Nahrungsgäste sind der Abendsegler, Wasserfledermäuse und Zwergfledermäuse zu beobachten.


Gelbe und weiße Blüten
Offenstellen
Kiefer
Blaue Blüte
Bohlenweg
Schmitt'che Grube
Binnendüne im Sommer
Steg im Naturschutzgebiet

Wege und Informationen
Ein Bohlenweg führt quer durch die Kernzone des Naturschutzgebietes.
Hierdurch wird dem Besucher ermöglicht, die schützenswerten Lebensräume mit den Tieren und Pflanzen anzusehen und zu beobachten ohne diese aber direkt zu beeinträchtigen oder zu stören.

Informationstafeln sind an den Zugängen und an dem Bohlenweg vorhanden. Das Gelände ist -ausgenommen sind die Teichareale- öffentlich und kostenfrei zugänglich.

Lage
60529 Frankfurt-Schwanheim
"Schwanheimer Düne" zwischen Pflugsweg und Martinsweg im Norden und dem Albertslacher Weg im Süden (teilweise Naturschutzgebiet)

Anfahrtsbeschreibung
Buslinie 51, Haltestelle "Schwanheimer Friedhof", dann etwa 10 Minuten Fußweg.

Bus 54, 55 und 57, Haltestelle "Mainberg"

Über Frankfurt-Höchst:
Straßenbahnlinie 10 und 11, Haltestelle "Bolongaro Palast" (#Bolongarogarten), dann 5 Minuten Fußweg zum Main, mit der Fähre ((Personen/Fahrräder) nach Schwanheim. Fünf Minuten Fußweg bis zum Naturschutzgebiet.

Kurzcharakteristik
Flugsand-Pionierrasen, Flechtenstadien, Silbergras-Rasen, Xerophile Annuellen-Gesellschaften, Sand-Rasen, Glatthafer-Gesellsch., Obstbaum-Bestände, Waldsukzession, Wasserpflanzen-Gesellschaften.
Das Naturschutz- und FFH-Gebiet "Schwanheimer Düne" ist eine der seltenen Binnendünen Europas und eines der wertvollsten Refugien für bedrohte Tiere und Pflanzen in Hessen, das einen Besuch lohnt.


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