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Wanderfalken in Groß-Gerau

Lebensraum in Groß-Gerau
Schon zu Zeiten der #Zuckerfabrik gab es die seltenen und wertvollen Wanderfalken in der Kreisstadt Groß-Gerau. Wie Bernd Petri vom Naturschutzbund (Nabu) Groß-Gerau berichtete, hatten sich zwei Wanderfalken in der Südzuckerfabrik auf einem Silo angesiedelt. Mit Schließung (2008) und dem Abriss der Fabrik erfolgte ein "Umzug" in den Kirchturm der evangelischen Stadtkirche. Die baulichen und technischen Voraussetzungen für die Schaffung dieses Lebensraumes wurden vom Nabu Groß-Gerau, dem Nabu Worfelden, der staatlichen Vogelschutzwarte Frankfurt und der evangelischen Kirche Groß-Gerau mit Pfarrer Helmut Bernhard und Bernhard Hormann (Kirchenvorstand) geschaffen.
An den Sachkosten beteiligten sich die Stadtwerke Groß-Gerau (GGV), die auch die #Biogasanlage in Groß-Gerau/Wallerstädten betreibt.

Karl-Heinz und Helga
Die elfjährige Lea Rehn vom Nabu in Groß-Gerau hat das Wanderfalkenpaar auf die Namen Karl-Heinz und Helga "getauft".

Was ereignete sich 2012?
Im Mai wurde bei einer Sichtkontrolle festgestellt, dass die zwei jungen Wanderfalken tot im Nest lagen. Der Grund ist nicht bekannt. Die Eltern sind verschwunden. Über deren Verbleib liegen keine Erkenntnisse vor.
Die Turmfalken, die ein Stockwerk unter den Wanderfalken wohnten, habe das Terrain in Besitz genommen, Eier gelegt, diese ausgebrütet und den Nachwuchs groß gezogen.

Fast ausgestorben
In den 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts gab es in Hessen etwa 30 Brutpaare. Um 1970 war der Wanderfalke in Hessen fast ausgestorben. Es konnte nur noch ein Brutpaar registriert werden. Dafür gab es verschiedene Gründe. Jungvögel wurden gestohlen und überwiegend in arabischen Ländern verkauft. Taubenzüchter stellten ihm nach, da ein Teil der Beute des Wanderfalken aus Tauben (Zuchttauben) besteht. Die Embryonensterblichkeit nahm aufgrund der hohen Belastung der Falken mit dem hochgiftigen DDT (Dichlordiphenyltrichlorethan) und Lindan, das über die Nahrungskette aufgenommen wurde, dramatisch zu.

Erst nach dem Verbot bestimmter Pestizide, durch den Schutz noch vorhandener Nistplätze und durch Auswilderungen erholte sich die Population langsam wieder.

Wie Falkenfachmann Jürgen Hoyer (Nabu-Worfelden) anschaulich berichtete, bewachten er und andere Vogelschützer Brutplätze in der Pfalz, um Straftäter daran zu hindern, die Gelege oder die Jungvögel zu entwenden.

Zusammen mit Harald Lutz (ebenfalls Nabu-Worfelden) betreut er die Edelfalken im Kirchturm der Stadtkirche.

Turmfalken
Ein Turmfalkenpaar "wohnt" ebenfalls in einem extra angefertigten Nistkasten im Kirchturm, allerdings eine Etage tiefer und ohne Webcam (siehe oben: "Was geschah 2012").

Bestand 2010
Im Jahr 2010 gab es in Hessen wieder etwa 120 Paare, davon 70 Brutpaare.
Weitere Wanderfalken im Kreis Groß-Gerau sind in Kelsterbach (Industriepark Höchst), Gernsheim (Malzfabrik) und Rüsselsheim (Turm #Opel-Werksgelände) zu beobachtet.


Wanderfalke (Falco peregrinus)

Die Wanderfalken zählen mit zu den größten Greifvögel aus der Familie der Falken.
Das (kleinere) Männchen wird etwa 35 cm lang, hat eine Flügelspannweite von etwa 80 cm und wiegt bis zu 750 Gramm.
Das Weibchen hat eine Körperlänge von etwa 50 cm und eine Flügelspannweite von bis zu 115 cm. Das Gewicht kann bis zu 1300 Gramm betragen.

Alter
Die Tiere werden bis zu 15 Jahre alt.

Kennzeichen
Der Wanderfalke ist etwas größer als eine Taube. Im Flug ist er gut an den langen spitzen Flügeln und dem relativ kurzen Schwanz zu erkennen. Er hat einen dunklen Oberkopf und einen breiten schwarzen Backenstreif. Das Gefieder ist oben blaugrau, unten hell mit dunklen Querbändern bzw. Flecken auf der Brust.

Jagd- und Lebensraum
Er ist in fast allen Landschaftsformen zu finden, vorzugsweise jedoch über offenem Gelände und an Gewässern mit reichem Vogelleben. Zum Brüten ist er auf steile Felswände, Steinbrüche oder hohe Gebäude angewiesen. Auch Baum- und Bodenbrüter-Populationen sind nachgewiesen. In jedem Fall muss ein freier Anflug des Brutplatzes gewährleistet sein.

Nahrung
Der Wanderfalke jagt fast ausschließlich fliegende Vögel im freien Luftraum, entweder von einer erhöhten Sitzwarte aus oder aus hohem Kreisflug. Zu seiner Beute zählen u.a. Tauben, Stare, Drosseln und Rabenvögel.

Fortpflanzung
Die mitteleuropäischen Wanderfalken bleiben auch im Winter in ihrem Revier. Ein Gelege, ab Mitte März, besteht aus 2 - 4 kurzovalen, gelblichweißen und bräunlich gefleckten Eiern. Diese sind 51x41 mm groß und wiegen etwa 45 Gramm. Die Brutzeit beträgt etwa 30 Tage. Die Küken werden etwa 10 Tage gehudert und bleiben insgesamt etwa 40 Tage im Nest.
Ende Juli/Anfang August verlassen die Jungen das Nest.


Im Anflug
Küken 2010
Am Einstieg
Kirchturm der Stadtkirche
Jürgen Hoyer bei der Kontrolle des Nistkastens
Nest mit vier Eiern 2011 (Webcam)
19. April 2011

Aufzucht
In den ersten Lebenstagen werden die Küken ausschließlich von dem Weibchen gefüttert. Dies liegt darin begründet, dass nur sie die Beute in portions- und schnabelgerechte Stücke zerlegen kann.
Später füttert auch das Männchen. Hier müssen allerdings die Jungvögel das Zerkleinern der Beute selbst übernehmen.

Geschlechtsreife
Die Tiere sind ab dem 9 Monat geschlechtsreif.

Fluggeschwindigkeiten
Im Horizontalflug erreicht der Wanderfalke eine Geschwindigkeit von über 100 km/m. Im Sturzflug ist er über 300 km/h schnell.

Vogelschutz
Greifvögel unterliegen dem Jagd- und Naturschutzrecht. Seit 1979 sind sie durch die europäische Vogelschutzrichtlinie  geschützt.


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Groß-Gerau,
Kirchstraße 11

Vielen Dank an
Jürgen Hoyer,
Naturschutzbund
-Nabu- Worfelden
und
Bernd Petri,
Nabu Groß-Gerau
für die freundliche Unterstützung und die Überlassung von Fotos.


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