Naturschutzgebiete
Parks + Gärten
Offene Gärten
Gartenmessen
Tierparks
Pflanzen + Tiere
Biokraftwerk
GEOlife Erdwärme
Geothermiekraftwerk
 
 
 
 
 
 
 
Japanischer Garten im Schlosspark von Wolfsgarten
Die Restaurierung eines Gartenjuwels

Eigens zum #Fürstlichen Gartenfest 2011 auf Schloss Wolfsgarten wurde der bedeutende "Japanische Garten" im Schlosspark wieder hergestellt.


Der historische Japanische Garten gilt als einer der ersten und größten seiner Art in Deutschland und wurde um 1910 durch Großherzog Ernst Ludwig von Hessen und bei Rhein (1868-1937) angelegt. Zum Jubiläum der Deutsch-Japanischen Freundschaft im Jahr 2011 wurde er teilweise restauriert und wird im Rahmen des Fürstlichen Gartenfestes wieder eröffnet. Beachtlich sind Alter und Größe insbesondere der exotischen Gehölzen.

Der Japanische Garten ist nicht nur der wahrscheinlich älteste seiner Art in Deutschland, sondern gehört aufgrund seiner beachtlichen Größe von 13.000 Quadratmetern zusammen mit dem flächengleichen Japanischen Garten in Kaiserslautern sogar zu den größten in Europa, bestätigt Landschaftsarchitekt
Hartmut R. Raible*, der die Restaurierung des Japanischen Gartens von Schloss Wolfsgarten begleitet.

Bemerkenswert ist in Wolfsgarten vor allem der Bestand an alten exotischen Bäumen wie Sumpfzypresse, Japanische Schirmtanne und Japanischer Ahorn. Diese ließ Großherzog Ernst Ludwig zum Teil schon Ende des 19. Jahrhunderts pflanzen, ebenso wie die bis sechs Meter hohen Rhododendronbüsche, die - nach Farben sortiert - den Japanischen Garten umgeben. Der Charakter des Landschaftsraumes ist trotz mancher ebenfalls vorhandener nordamerikanischer Gehölze erhalten geblieben. Ein außergewöhnlicher Charakter, den andere aufwändig angelegte Japanische Gärten nie erreichen werden.

Dachwasser vom Schloss
Dachwasser vom Schloss speist auch heute noch die Teiche. Ernst Ludwig ließ eine vorhandene Wasserfläche vergrößern und fügte das Thema interpretierende Bauten, wie zwei Pavillons am Wasser und eine hölzerne Brücke hinzu. Für das Zentrum der Anlage, einen mit Kiesflächen und Findlingen gestalteten Teil des Gartens, prägte der asien- und gartenbegeisterte Großherzog selbst einst den Begriff "Japanischer Garten".

Bäume mit eigener Geschichte
Aber der Japanische Garten hat auch eine sehr persönliche Seite: Minutiöse Dokumentationen der wichtigsten Pflanzungen sind in von Großherzog Ernst Ludwig handgeschriebenen Listen erhalten. So ist zu erfahren, dass anlässlich von Geburtstagen der Familienmitglieder besondere Bäume und Sträucher gepflanzt wurden. Jeder Baum hat seine eigene Geschichte und spiegelt die besondere Liebe des Großherzogs zu Pflanzen und seinem Garten, den er eigenhändig mitgestaltete, wieder.

Verfall
Nach dem Tod Ernst Ludwigs (1937) wurde der Garten nicht mehr gepflegt und verwilderte zum Teil. Die beiden Pavillons und die hölzerne Brücke wurden in den 40er und 50er Jahren abgebrochen.

Restaurierung
Behutsam hat man sich nun an die Restaurierung des Japanischen Gartens gemacht. Der einstige Bestand konnte weitgehend anhand alter Fotos und Dokumentationen aus der Zeit um 1920 ermittelt werden. Zudem wurde festgestellt, was sich in den letzten Jahren an unpassenden Gehölzen verselbständigt hatte. Alte Strukturen wurden freigelegt, eine Sondierung zur einstigen Position der Holzbrücke und zum Standort des Pavillons hat stattgefunden. Die Positionen der Elemente des Gartens sind vielerorts noch ablesbar. Erste Neupflanzungen alter Gehölzstrukturen wurden bereits durchgeführt. Dabei wurde vor allem Wert auf Pflanzen, die im Japanischen Landschaftsgarten Verwendung finden, gelegt, wie zum Beispiel zahlreiche Ahorne, Kirschen und Azaleen.

Die Uferlinie wurde im ersten Teilabschnitt wieder auf den ursprünglichen Verlauf zurückgebaut und soll im Bereich des Steingartens wieder mit hellem Kies aufgefüllt werden. Die Original-Steinlaternen und die Skulptur einer japanischen Gottheit von außergewöhnlicher Qualität sind glücklicherweise noch vorhanden und können an ihren Ursprungsort im Garten zurückkehren. Eine kleine Insel wird am historischen Ort neu angelegt. In den nächsten Jahren will man auch das Plateau auf dem Eiskellerhügel, die Holzbrücke sowie den ehemals gestalteten Zulauf in Angriff nehmen. Die Entwicklung der Pflanzungen brauche rund zehn Jahre, bis sich die gewünschten Perspektiven und Blickbeziehungen einstellen. Doch bereits jetzt ist der japanisch anmutende Steingarten mit Kiesweg ein Ort der Ruhe und Harmonie im Park.

Bogenbrücke
Einen wesentlichen Anteil am Gesamteindruck hat das handwerkliche Können der damaligen Gusssteinhersteller: Die zwölf Meter lange Bogenbrücke inmitten der Anlage scheint aus rotem Sandstein, tatsächlich besteht sie jedoch aus einem Vorläufer des Betons. Der Schwung der Brücke ist wohl eindeutig japanisch inspiriert, während das Geländer eher barocken Vorbildern folgt.

2011 wurde die dem Schloss zugewandte Seite der Brücke restauriert, die andere Seite folgte 2012. Das unterspülte Fundament wurde neu unterfangen. Die Brücken-Restaurierung wurde vom Kunst- und Museumsverein Hessischer Kulturbesitz getragen.
Fachlich begleitet wurde die Restaurierung vom Landesamt für Denkmalpflege Hessen. Das Institut für Steinkonservierungen hatte hierzu die Zusammensetzung des Kunststeins analysiert und Empfehlungen zur Technik von Reparaturen und Ergänzungen gegeben.


Herbst im Japanischen Garten
Insel mit Steinbank
Teich mit Seerosen
September
Saniertes Teichufer

Steinlaterne

Bogenbrücke im Japanischen Garten
Brücke im Japanischen Garten
Kwannon = Göttin des Mitgefühla
Ernst Ludwig in Gesellschaft beim Füttern der Fische
Ernst Ludwig in seinem neu angelegten Japanischen Garten um 1910
Portrait des Großherzogs Ernst Ludwig von Hessen und bei Rhein (1907) von Franz Stuck

Landschaftsgarten mit gutem japanischen Geist
Dieser Garten verdient es, mehr in den Fokus der Fachbranche und Japan interessierter Gartenkenner zu gelangen. Nicht nur wegen der außergewöhnlichen Pflanzen. Es sei ein Landschaftsgarten mit gutem japanischen Geist, der sich abhebe von klassischen kleinteiligen Stein- oder Moosgärten.

"Der Japanische Garten im #Schlosspark von #Schloss Wolfsgarten mit dem #Prinzessinnenhaus beruht auf dem Wissen des frühen 20. Jahrhunderts über Japanische Gärten, er ist ein historisches Zeugnis sehr früher europäischer Begeisterung für asiatische Gärten, ein Gartenjuwel", fasst Hausherr Moritz Landgraf von Hessen zusammen. "Ich freue mich, dass wir ihn anlässlich des Fürstlichen Gartenfestes 2011 feiern und würdigen können."


*Hartmut R. Raible hat in Japan an der Yokohama National University klassische Japanische Gartenkunst studiert und plant nun exklusive Gärten in ganz Deutschland.


Das könnte Sie ebenfalls interessieren:
#Schloss Wolfsgarten
#Prinzessinnenhaus
#Schlosspark Wolfsgarten
#Fürstlichen Gartenfest
#Parkspaziergang (Fotostrecke)
#Fürstliches Gartenfest 2010 (Fotostrecke)

#Jagdschloss Mönchbruch
#Naturschutzgebiet Mönchbruch

Tierparks
#Vogelpark in Biebesheim
#Opel-Zoo Kronberg/Taunus
#Stadtwaldhaus / Fasanerie in Frankfurt
#Kobelt-Zoo in Frankfurt-Schwanheim
#Tiergarten Fasanerie in Groß-Gerau
#Fasanerie in Wiesbaden
#Wildpark "Alte Fasanerie" in Hanau Klein-Auheim
#Vivarium in Darmstadt

Deutschland
Hessen

63225 Langen
Schloss Wolfsgarten,
Prinzessin-Margaret-Allee
(Kreisstraße 168)

Japanischer Garten


Der etwas andere Parkspaziergang
Entdecken Sie beim Rundgang durch den Schlosspark auch steinerne und andere Zeugen der Vergangenheit an Gebäuden, auf Mauern, zwischen Beeten sowie am und im Wasser. Es lohnt sich.
#Zeugen der Vergangenheit

Besichtigung
Der Japanische Garten kann nur in Verbindung mit den Öffnungszeiten des
Schlossparkes
besucht werden.


Parköffnung

Impressionen 2014
Fotostrecke

vom Fürstlichen Gartenfest 2014


Die Hessens - Geschichte einer europäischen Familie
Die Hessens
Geschichte einer europäischen Familie
erzählt von
Rainer von Hessen
Die Hessens



© 2016 hjp-medien - Alemannenstraße - 64521 Groß-Gerau