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Geothermiekraftwerk im Kreis Groß-Gerau


v.l.: Florian Spath. Projektleiter Geothermie; ÜWG-Geschäftsführer Detlev Höhne;  Dr.-Ing. Horst Kreuter, Firma GeoThermal Engineering GmbH (GeoT)
23. August 2016
v.l.: Florian Spath. Projektleiter Geothermie; Detlev Höhne, ÜWG-Geschäftsführer; Dr.-Ing. Horst Kreuter, GeoThermal Engineering GmbH (GeoT)
Geothermie Trebur: Bohrung nicht fündig
Überlandwerk Groß-Gerau GmbH stoppt Arbeiten für Geothermiekraftwerk

Ende März 2016 starteten die Bohrarbeiten auf dem Bohrplatz der Überlandwerk Groß-Gerau GmbH und ihrer Tochtergesellschaft ÜWGeo GmbH östlich von Trebur. Seitdem hat sich der Bohrmeißel im Bohrloch erfolgreich bis in die Tiefe von 4.185 Meter vorgearbeitet. In den letzten Tagen wurde die geplante Zieltiefe der letzten von fünf Bohrsektionen erreicht. Erste Untersuchungen der Bohrung zeigten, dass entgegen den Erwartungen nicht ausreichend Thermalwasser vorhanden ist und man davon ausgehen kann, dass die Bohrung als nicht fündig eingestuft werden muss. Nach Rücksprache mit externen Experten hat sich die ÜWG-Geschäftsführung entschieden, auf weitere Fördertests zu verzichten und das Tiefen-GeothermieProjekt zu beenden. Im Rahmen einer Pressekonferenz teilte ÜWG-Geschäftsführer Detlev Höhne mit, dass die Bohrarbeiten mit sofortiger Wirkung beendet wurden und keine zweite Bohrung mehr erfolgen wird.

Detlev Höhne: "Unser Ziel war es, Hessens erstes Tiefengeothermiekraftwerk zu errichten, um umweltfreundlich Strom und Wärme für die Region erzeugen zu können. Im Rahmen der Vorplanung haben wir immer wieder betont, dass das Hauptrisiko der Bohrung in der Fündigkeit liegt. Unsere Berater haben zwar immer wieder erläutert, dass es sehr wahrscheinlich sei, dass wir heißes Wasser in ausreichender Menge finden, Gewissheit konnte uns aber nur eine erste Erkundungsbohrung bringen. Leider müssen wir heute feststellen, dass wir kein ausreichendes Thermalwasser gefunden haben und das Projekt an dieser Stelle beenden müssen.

Mit dieser Bohrung haben wir im nördlichen Oberrheingraben Neuland betreten. Es gab zwar in den letzten Jahrzehnten zahlreiche Bohrungen der Öl- und Gasindustrie, bisher wurde dabei noch nicht in so tiefe Gesteinsschichten vorgedrungen. Jeder Meter Bohrfortschritt brachte uns und den beteiligten Wissenschaftlern einen Erkenntnisgewinn. Eine erste vorOrt Analyse zeigte, dass einige der angetroffenen Gesteine noch nie im Rotliegenden des nördlichen Oberrheingrabens beschrieben wurden und deshalb im Bereich der Bohrungen nicht erwartet werden konnten. Diese Erkenntnisse bleiben glücklicherweise für die Nachwelt erhalten und werden bei zukünftigen wissenschaftlichen Arbeiten über die Geologie des Oberrheingrabens sicherlich eine sinnvolle Anwendung finden. Für uns ist mit dem heutigen Tage das Kapitel Tiefengeothermiekraftwerk beendet".
Höhne erklärte, dass man in den kommenden Monaten prüfen werde wie es weitergeht: "Wir denken derzeit über zwei Szenarien nach. Zum einen wäre ein kompletter Rückbau des Bohrplatzes inklusive der Verfüllung des Bohrlochs möglich. Zum anderen habe ich die Experten gebeten zu prüfen, ob es eine weitere energetische Nutzung des trockenen Bohrlochs gibt. Denkbar wäre beispielsweise eine Tiefe-Erdwärmesonde, um Heizenergie für beispielsweise angrenzende landwirtschaftliche Betriebe oder Gewerbebetriebe zu gewinnen. Eine solche Erdwärmesonde gibt es bereits im hessischen Heubach. Gemeinsam mit den Experten und unseren Aufsichtsgremien werden wir in den nächsten Wochen beraten, wie es weiter gehen soll. Selbstverständlich werden wir im Rahmen einer Bürgerinformationsveranstaltung die Öffentlichkeit über die nächsten Schritte informieren".

Änderung des Bohrverlaufs genehmigt (Juli 2016)
Geothermieprojekt der ÜWGeo: Schrägbohrung soll seltenes Mineral Palygorskit umgehen Groß-Gerau.
Die ÜWGeo GmbH hat beim Regierungspräsidium Darmstadt eine Änderung des Verlaufs der ersten Bohrung für das geplante Tiefengeothermieprojekt in Trebur beantragt. Grund sind die für eine Geothermietiefenbohrung vorgefundenen nicht optimalen geologischen Verhältnisse im tiefliegenden Bereich des ursprünglich
geplanten Thermalwasserhorizontes. Zwar ist die Erkundungsbohrung am Bohrloch in Trebur noch nicht ganz in ihrer geplanten endgültigen Tiefe von gut 4000 Metern angekommen, allerdings ist man in der
fünften und letzten Bohrsektion auf ungünstige Gesteinsschichten mit einem seltenen Mineral gestoßen, die weitere Bohrarbeiten an dieser Stelle nach Empfehlung von Experten nicht sinnvoll erscheinen lassen.
Dabei handelt es sich um das Mineral Palygorskit, auch bekannt unter den Begriffen Bergleder oder Bergfleisch. Dieses Mineral ist sehr selten, weltweit gibt es gerade einmal knapp 300 Fundorte. In
Deutschland sogar nur eine Handvoll. Was viele Geologen eigentlich jubeln lassen könnte, zumal das in Trebur gefundene Palygorskit nach ersten Untersuchungen möglicherweise so einzigartig ist, dass es als „Treburit“ in die Fachbücher eingehen könnte, sorgt bei den Planern des Geothermiekraftwerks für Mehrarbeit: Sie haben sich Gedanken gemacht, wie sie diese Mineralschichten umgehen können und ihre Planungen darauf abgestellt.
Deshalb wurde nach Rücksprache mit externen Experten entschieden, die Bohrsektionen vier und fünf wieder mit Zement zu verfüllen und am Ende der dritten Bohrsektion im selben Bohrloch eine seitliche Bohrung anzusetzen. Diese führt dann schräger in die Tiefe als ursprünglich
geplant und verläuft etwa 800 Meter Richtung Nordosten. Die Genehmigung dafür hat die ÜWGeo mittlerweile von den Behörden erhalten. Die Bohrungen gehen jetzt weiter. Die ÜWGeo GmbH rechnet damit, dass sich die Dauer der geplanten Erkundungsbohrung damit bis Juli/August verlängert.

Vorbereitung für Testarbeiten läuft
Nachdem der geänderte Bohrpfad der 1. Bohrung für das geplante Tiefengeothermiekraftwerk der ÜWGeo GmbH von der zuständigen Behörde vor etwa zwei Wochen genehmigt worden ist und die Bohrarbeiten weitergegangen sind, stehen in den kommenden Wochen die Testarbeiten an der Bohrung zwischen Trebur und Nauheim an. Die jetzt etwas stärker seitlich führende Bohrung wird dann auf ihre Ergiebigkeit getestet und Thermalwasser - falls ausreichend vorhanden - auf Temperatur und Zusammensetzung hin untersucht. Hierzu wird testweise Wasser (insgesamt ca. 5.000 m³) aus der Bohrung gefördert und analysiert, sowie im Nachgang wieder in die Formation eingeleitet. Sollten die Testarbeiten erfolgreich und zufriedenstellend verlaufen, wird ÜWGeo im Anschluss mit den Vorbereitungen für die 2. Bohrung beginnen. (PM ÜWgeo 13.7.16)

18. März 2016
Bohrbetrieb in Trebur startet
Meißelanschlag für Hessens erstes Geothermiekraftwerk
Mit dem sogenannten Meißelanschlag begannen am 18.3.2016 im Beisein von etwa 70 geladenen Gästen und Projektbeteiligten offiziell die Tiefbohrarbeiten für Hessens erstes Tiefengeothermiekraftwerk.
ÜWG-Geschäftsführer Detlev Höhne bezeichnete den Termin als wichtigen Meilenstein für das Geothermieprojekt der ÜWG und die Nutzung der Erdwärme im Kreis Groß-Gerau. „Auf diesen Tag haben wir die vergangenen Jahre hingearbeitet. Nach mehr als siebenjähriger Planung, Vorbereitung und umfangreicher Bürgerbeteiligung starten jetzt endlich die Bohrarbeiten. Nach Abschluss der ersten Bohrung in etwa drei Monaten wissen wir, wie viel Energie unter unseren Füßen schlummert. Dann können wir sagen, wie groß der Beitrag der geothermischen Energie für die Energiewende im Kreis Groß-Gerau wirklich ist“.
Die ÜWG wird bis zur Inbe

triebnahme des Geothermiekraftwerks 40 bis 50 Millionen Euro in Vorplanungen, Bohrungen und Kraftwerk investieren. Mit den Bohrarbeiten ist die Firma MND Drilling & Services beauftragt worden. Peter Rosegger, Betriebsführer von MND, erläuterte den Anwesenden den Aufbau und die Funktionsweise der Tiefbohranlage. Die 55 Meter hohe „Bentec-Bohranlage“, die mit einer Hakenlast von 450 Tonnen ausgestattet ist, wurde in den vergangenen zwei Wochen angeliefert und aufgebaut. In den nächsten Tagen sollen die Bohrarbeiten für das erste Bohrloch starten. Dann soll bis in die Tiefe von bis zu 4.000 Meter gebohrt werden, wo Temperaturen von 160 Grad bei einer Förderrate von circa 70 Liter pro Sekunde erwartet werden. Für Sommer ist der Abschluss der ersten Bohrungen geplant. Sollte man fündig werden, so könnten anschließend die Arbeiten für die zweite Bohrung starten. Der Kraftwerksbau ist für das Jahr 2017 vorgesehen.
Treburs Bürgermeister Carsten Sittmann freute sich, dass es nun losgeht: „Wir sind stolz, dass Hessens erstes Tiefengeothermiekraftwerk in Trebur entstehen soll. Das Geothermieprojekt der ÜWG ist nicht nur ein wichtiger Beitrag für den Ausbau der Erneuerbaren Energien und die Energiewende in der Region, sondern auch ein Vorbildprojekt in Sachen Bürgerbeteiligung. Dieses Projekt hilft uns bei der Umsetzung unserer politischen Beschlüsse zur Energiewende“.
Fotostrecke vom Meißelanschlag

Webcam Bohrstelle


Vergrößerung
Geothermiekraftwerk: Geeigneter Standort liegt östlich von Trebur
ÜWG hat ein passendes Grundstück erworben und bereitet Genehmigungsverfahren vor - Anlieger sollen mit Workshops einbezogen werden.
Nach mehr als fünfjähriger Vorbereitung und sorgfältiger Planung steht der Standort für Hessens erstes Tiefengeothermiekraftwerk im Kreis Groß-Gerau fest. Die ÜWG hat hierfür östlich von Trebur ein Grundstück gekauft und erarbeitet jetzt standortbezogen die notwendigen Unterlagen für das Genehmigungsverfahren.



Bevölkerung im Kreis Groß-Gerau befürwortet mehrheitlich das
Geothermieprojekt der ÜWG
Ergebnisse einer FORSA Umfrage: 71 % der Befragten sehen in dem Projekt der ÜWG einen wichtigen Beitrag zur Energiewende und zum Klimaschutz in der Region. Doppelt so viele Befragte stimmen dem Kraftwerksbau zu, wie ihn ablehnen.

Bekanntgabe des Standortes:
27. November 2013, 18 Uhr,
Groß-Gerau/Dornheim, Riedhalle, Am Sportfeld 1

Weitere Informationen:
Mitteilung:
Bevölkerung im Kreis Groß-Gerau befürwortet mehrheitlich das
Geothermieprojekt der ÜWG ( vollständiger Text (PDF 215 KB))
Präsentation von Prof. Güllner:
forsa-Umfrage zur Akzeptanz zum Geothermiekraftwerk im Kreis Groß-Gerau (PDF 493 KB)
Ausführlicher Tabellenband
zur forsa-Umfrage (PDF 332 KB)


Standort für Geothermiekraftwerk konkretisiert sich.
Ergebnisse der seismischen Messungen.
Sechs Eignungsgebiete haben hohes Entwicklungspotential.
Die besten geologischen Voraussetzungen hat das Gebiet Trebur-Ost, gefolgt von Geinsheim-Nord und Nauheim-Südwest.

2007 hat der Hessische Energiedienstleister Überlandwerk Groß-Gerau GmbH, eine hundertprozentige Tochter der Stadtwerke Mainz AG, mit politischer Unterstützung ein anspruchsvolles und hessenweit einmaliges Projekt zur Errichtung eines Tiefen-Geothermiekraftwerks auf den Weg gebracht. Hierfür wurde in den vergangenen Jahren mit den entsprechenden Vorbereitungen begonnen und erste Voruntersuchungen des geologischen Untergrundes vorgenommen. „Fünf Jahre haben wir gemeinsam mit unseren geologischen Beratern Daten gesammelt und den Untergrund analysiert und vermessen: Jetzt können wir zum ersten Mal über konkrete Gebiete sprechen, in denen das erste Geothermiekraftwerk, unter Berücksichtigung der geologischen Bedingungen, im Kreis Groß-Gerau errichtet werden könnte“, so Detlev Höhne, kaufmännischer Geschäftsführer der Überlandwerk Groß-Gerau GmbH (ÜWG).

„Wir sind selber von den erfolgversprechenden Messergebnissen überrascht. Uns war klar, dass der Oberrheingraben, in dem auch das Hessische Ried liegt, eine der bedeutendsten Regionen in Deutschland ist, um Erdwärme zu nutzen. Dass bei uns die geologischen Bedingungen aber so hervorragend sind, dass hatten wir nicht zu hoffen gewagt. Damit ist die Energiewende für uns längst keine Vision mehr, wir befinden uns auf dem besten Wege zur Verwirklichung“, freute sich Höhne über die positiven Aussichten.

Die ausführlichen Messergebnisse der im Oktober 2011 durchgeführten vibroseismischen Untersuchungen stellten Dr.-Ing. Horst Kreuter und Dr. John Reinecker von der Firma GeoThermal Engineering GmbH (GeoT) vor. Die durchgeführten Messungen lieferten ein detailliertes dreidimensionales Abbild des tiefen Untergrunds. Dieses 3D Modell liefert belastbare Daten über die Lage der Formationen und Strukturen, welche für die Planung einer Bohrung notwendig sind. „Wir haben nach speziellen Gesteinsformationen und Störungszonen gesucht“, so Dr. Ing. Horst Kreuter. „Diese Zonen sind deshalb interessant, da dort in großer Tiefe heißes Thermalwasser vorkommt, das später für die Wärmegewinnung benötigt wird“.

Bei der Auswertung der Messergebnisse wurden folgende Faktoren berücksichtigt: - Tiefenlage der Gesteinsschicht,
- Temperatur im Untergrund,
- Permeabilität der Gesteine (Durchlässigkeit von Fels für Flüssigkeiten) sowie die - Breite der Störungszone.

Basierend auf den Ergebnissen der dreidimensionalen seismischen Messung aus dem Jahr 2011 und weiteren Informationen aus zusätzlichen geophysikalischen Messreihen, wie der gravimetrischen Untersuchungen im August 2012, konnten sechs Gebiete identifiziert werden, in denen jeweils ein Standort für ein Erdwärme-Kraftwerk möglich ist. Die Gebiete liegen südlich von Rüsselsheim, nördlich von Groß-Gerau, südwestlich von Nauheim, östlich von Trebur, nördlich von Geinsheim und südlich von Wallerstädten.
Dr. Kreuter betonte, dass alle sechs betrachteten Gebiete ein hohes Entwicklungspotential haben. „In allen Eignungsgebieten liegt die errechnete Thermalwassertemperatur bereits an der Oberkante des Reservoirs deutlich über 120 ° C, in der Zieltiefe liegt diese stellenweise sogar über 170 ° C“. Die Gebiete unterscheiden sich jedoch in ihren geologischen Eigenschaften. Mittels einer Bewertungsmatrix, auf Basis der gewichteten geologischen Einflussgrößen, wurden die Eignungsgebiete miteinander verglichen und in eine Rangfolge gebracht. „Das nach diesem Ranking bestgeeignete Gebiet ist Trebur-Ost, gefolgt von Geinsheim-Nord und Nauheim-Südwest. Hier ist aus geologischer Sicht
die Wahrscheinlichkeit für eine fündige Bohrung am größten“, so Dr. Ing. Kreuter weiter.

Weiteres Vorgehen
Nach Abschluss des Bürgerdialogs wird die ÜWG die konkrete tandortentwicklung beginnen. Das bedeutet, dass eine Machbarkeitsstudie erstellt wird und die für den Kraftwerksbau und die Bohrungen notwendigen Genehmigungen, zum Beispiel für die Bohrplatzerrichtung, bei den zuständigen Behörden beantragt und die weiteren notwendigen Verfahren bei den Kommunen angestoßen werden. Sollte alles reibungslos ablaufen, wäre eine erste Bohrung schon Ende 2013 möglich. „Wir wollen aber nichts überstürzen, Sicherheit und detaillierte Planung und Vorbereitung stehen für uns an erster Stelle. Wenn hierfür mehr Zeit benötigt wird, dann werden wir uns diese auch nehmen“, so Höhne abschließend.

Bürgerdialog „DialoGGeo“ (www.dialoggeo.de)
Bürgerforen jeweils um 18.30 Uhr in der Stadthalle Groß-Gerau (Jahnstraße)
- Do., 17. Januar 2013: Erdwärme in Groß-Gerau: Was bedeutet das für die Bevölkerung?
- Di., 5. Februar 2013: Der Umgang mit den Risiken der Geothermie
- Mo., 18. Februar 2013: Die Chancen der Geothermie
- Di., 7. Mai 2013: Schlussforum; Integration der Ergebnisse des Bürgerdialogs

Exkursion nach Landau und Insheim
- Sa., 16. Februar 2013 (mehr Informationen und Anmeldung unter www.dialoggeo.de)

Hintergrund:

Der nördliche Oberrheingraben, in dem auch der Kreis Groß-Gerau liegt, ist für die Erdwärmegewinnung besonders geeignet, denn dort trifft man auf günstige geologische Bedingungen. Die errechnete durchschnittliche Thermalwassertemperatur in einer Bohrtiefe von 2.500 Meter bis 3.500 Meter liegt mit circa 150° C deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt und ermöglicht so die Erzeugung von Strom und Wärme.

Die Überlandwerk Groß-Gerau GmbH hat im Jahr 2008 und 2011 vom Regierungspräsidium Darmstadt zwei so genannte Erlaubnisfelder zur Aufsuchung von Erdwärme und Sole zugesprochen bekommen. Die beiden Erlaubnisfelder „Groß-Gerau“ und „Trebur“ erstrecken sich auf einer Gesamtfläche von rund 420 Quadratkilometern und schließen dabei Teile der drei Landkreise Darmstadt-Dieburg, Groß-Gerau und den Main-Taunus-Kreis mit ein. Innerhalb des Feldes „Groß-Gerau“ hat die ÜWG das exklusive Recht, nach dem bergfreien Bodenschatz „Erdwärme“ zu suchen und diesen zu fördern und zu nutzen. An dem Erlaubnisfeld „Trebur“ ist gemeinsam mit der ÜWG auch die Gemeinde Trebur beteiligt.
Ein Geothermiekraftwerk könnte pro Jahr rund 25 Millionen Kilowattstunden Ökostrom produzieren. Diese Menge reicht aus um rund 7.000 Haushalte im Kreis Groß-Gerau mit Strom zu versorgen und leistet damit einen wesentlichen Beitrag um das politische Ziel des Kreises Groß-Gerau bis zum Jahr 2020 mit etwa 30 Prozent des Stromverbrauchs aus Erneuerbaren Energien zu decken. Die Wärme, die ein solches Kraftwerk produziert, könnte den Jahreswärmebedarf von rund 400 Privathaushalten decken, was in etwa der Menge von 750.000 Litern Heizöl entspricht. Insgesamt können so gut 27.000 Tonnen CO2 eingespart werden.

Erdwärme steht im Gegensatz zur Sonnen- und Windenergie konstant über das ganze Jahr und unabhängig von der Tageszeit und Witterung zur Verfügung und ist dadurch eine grundlastfähige Energiequelle. Sie dient deshalb auch dazu die Stabilität der Stromnetze zu gewährleisten. Die Erdwärmenutzung in Geothermiekraftwerken ist für Kommunen besonders interessant, weil sie damit ihre Bürger permanent, umweltfreundlich und kostengünstig mit Wärme und Strom versorgen können. Sie ist eine regional verfügbare Energiequelle, die unabhängiger von der Importenergie aus endlichen Rohstoffen und den Preisschwankungen auf dem Energiemarkt macht. Geothermische Energie muss nicht über lange Strecken antransportiert werden. Geothermie ist die Nutzung der Energie vor Ort, sauber und krisensicher.


Eckpunkte und Meilensteine: Geothermie im Kreis Groß-Gerau

März 2008: ÜWG erhält Konzession Erdwärme und Sole im Erlaubnisfeld Groß-Gerau.

Sommer 2009: Vorstudie zur Machbarkeit (pre-feasibility study) für das Erlaubnisfeld der ÜWG wird erarbeitet.

März 2010: Start der projekteigenen Homepage www.erdwaerme-gg.de

März 2010: Durchführung einer gemeinsamen 2D reflexionsseismischen Messkampagne mit der ESWE Versorgungs AG und der Juwi R&D GmbH & Co. KG.

April 2011: Vorstellung der Messergebnisse der 2D reflexionsseismischen Messkampagne.

Mai 2011: Start der Facebookseite und des YouTube Kanals.

Juli 2011: Durchführung einer Herdflächenlösungsanalyse für Südhessen.

August 2011: Erteilung der Konzession Erdwärme und Sole im Erlaubnisfeld Trebur für die Gemeinde Trebur gemeinsam mit der ÜWG.

August und Oktober 2011: Durchführung einer 3D reflexionsseismischen Kampagne.

Oktober 2011: Eröffnung Geothermie-Erlebniszentrum „GEOlife“.

November 2011: Erste Gespräche der Stiftung Risiko-Dialog zu Chancen und Risiken der Geothermie im Kreis Groß-Gerau.

März 2012: Stiftung Risiko-Dialog veröffentlicht Ergebnisse der Gespräche zum Geothermieprojekt der ÜWG.

Februar 2012: Projekt SIMON startet mit dem Aufbau und der Inbetriebnahme von seismischen Messstationen im Kreis Groß-Gerau und Umgebung (http://www.simon.hlug.de/).

August 2012: Durchführung gravimetrischer Messungen.

November 2012: Vorstellung der Messergebnisse der 3D reflexionsseismischen Kampagne (Eignungsgebiete).

Januar bis Mai 2013: Bürgerdialog „DialoGGeo“ (Bürgerforen, Geothermiebeirat, Abschlussbericht mit 31 Forderungen).

Oktober 2013: forsa Umfrage Akzeptanz Geothermie im Kreis Groß-Gerau (Bevölkerung befürwortet mehrheitlich das Projekt).

November 2013: ÜWG kauft geeignetes Grundstück für Kraftwerksstandort östlich von Trebur.

März 2014: Bürgerversammlung in Trebur (Bürgermeister und ÜWG stellen der Bevölkerung die aktuellen Pläne vor).

März 2016
Bohrbetrieb in Trebur startet
Meißelanschlag für Hessens erstes Geothermiekraftwerk
Fotostrecke


Meilensteine: Geothermie im Kreis Groß-Gerau
Karte der Zielgebiete (Quelle: GeoThermal Engineering GmbH (GeoT) )
Bürgerdialog
Bürgerbeteiligung (Abschlussbericht)
Schlussbericht des Beirates

Schlussbericht (Beirat)
Schlussforum



GEOlife Informationszentrum Geothermie in Groß-Gerau, auch mit Informationen zur Arbeitsweise eines Geothermiekraftwerkes.

 

Geothermiekraftwerk
im Landkreis Groß-Gerau


GEOlife Informationszentrum Geothermie in Groß-Gerau, auch mit Informationen zur Arbeitsweise eines Geothermie-
kraftwerkes.

Ergebnisse einer FORSA Umfrage (PDF 493 KB)

Tabellenband zur Umfrage (PDF 332 KB)

Pressemitteilung


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